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Regina Sluszny und Michael Stabenow bei "De zevende dag"

FAZ-Journalist Stabenow: "Den Holocaust mit den Ereignissen in Gaza in Verbindung zu bringen, ist inakzeptabel"

Die Kritik von Belgiens Ministerin für Entwicklungszusammenarbeit, Caroline Gennez (Vooruit) an der Haltung Deutschlands gegenüber Israel im Gaza-Konflikt stößt in der jüdischen und in der deutschen Gemeinschaft in Belgien auf Unverständnis. Für Regina Sluszny, Holocaust-Überlebende und Vorsitzende der jüdischen Verbände in unserem Land und den FAZ-Journalisten Michael Stabenow ist die Kritik der flämischen Sozialistin nicht nachzuvollziehen. 

Andreas Kockartz
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„Für mich ist das die Rückkehr in den Zweiten Weltkrieg“, so Regina Sluszny am Sonntag in der VRT-Talksendung „De zevende dag“ („Der siebte Tag“). Der Brüssel- und Europakorrespondent der Frankfurter Allgemeinen, Michael Stabenow sagte an gleicher Stelle: „In einem Satz den Holocaust und das, was im Gazastreifen passiert, mit einander in Verbindung zu bringen, finde ich inakzeptabel.“

Belgiens Ministerin für Entwicklungszusammenarbeit, Caroline Gennez, hatte sich in der vergangenen Woche gegenüber dem flämischen Wochenmagazin Knack kritisch über die deutsche Haltung zum israelisch-palästinensischen Konflikt geäußert und unserem Nachbarland u.a. vorgeworfen, „sich von der israelischen Regierung vor den Karren spannen zu lassen, die eine schamlose Kolonisierungspolitik führt.“ Sie stellte sich auch die Frage, ob sich Deutschland nicht vielleicht „zum zweiten Mal auf die falsche Seite der Geschichte“ stelle. Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) nahm deutlich Abstand von den Aussagen von Gennez. 

Ich begreife nicht, warum sie derart das deutsche Volk angreift und solche Aussagen tätigt. Haben wir denn nichts gelernt? Hat sie denn nichts gelernt?“

Regina Sluszny, Holocaust-Überlebende

„Ich begreife nicht, warum sie derart das deutsche Volk angreift und solche Aussagen tätigt. Haben wir denn nichts gelernt? Hat sie denn nichts gelernt?“, so Regina Sluszny in „De zevende dag“. Auch FAZ-Journalist Michael Stabenow musste letzte Woche schlucken, als er das Gennez-Interview in Knack las: „Ich war überrascht. Gennez behauptet, dass in Deutschland eine auf Fakten basierende Debatte unmöglich sein soll. Das entspricht nicht der Wahrheit. Es läuft in Deutschland eine lebendige Debatte. Hier gab es einige pro-palästinensische Demonstrationen.“ 

Gennez behauptet, dass in Deutschland eine auf Fakten basierende Debatte unmöglich sein soll. Das entspricht nicht der Wahrheit.“

Michael Stabenow, FAZ-Korrespondent in Brüssel

Laut FAZ-Korrespondent Stabenow habe Gennez behauptet, dass man keinen Vergleich machen könne, „und doch hat sie in einem Satz den Holocaust und das, was im Gazastreifen passiert, in einem Satz mit einander in Verbindung gebracht. Das ist gegenüber Israel unerhört. Dass die Menschen dieses Landes, die die größten Opfer des Holocaust waren, jetzt mit dem in Verbindung gebracht werden, was dort geschieht, ist inakzeptabel. Sagen, dass Deutschland ein zweites Mal auf der falschen Seite der Geschichte steht, kann man nicht einfach so behaupten, wenn man die deutsche Geschichte kennt.“ 

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