Die Piloten der Brussels Airlines werden ab Samstagmorgen um 5 Uhr für 24 Stunden streiken. Sie sind unzufrieden, dass die Geschäftsführung ihren Cafeteria-Plan nicht indexieren will. Alle Gewerkschaften unterstützen den Arbeitskampf.
Piloten von Brussels Airlines legen für 24 Stunden die Arbeit nieder
"Wir haben alle die hohe Inflation zu spüren bekommen", sagte Olivier Van Camp von der sozialistischen Gewerkschaft BBTK. "Die Gehälter der Piloten wurden indexiert, aber nicht der Cafeteria-Plan. Dieser Cafeteria-Plan umfasst außertarifliche Zulagen, die die Piloten zusätzlich zu ihrem Gehalt erhalten. "Infolgedessen wurde ihre Kaufkraft verringert", sagte er.
"Wir sind deswegen vor Gericht gegangen. Dieses entschied zu unseren Gunsten. Das Management von Brussels Airlines hat versprochen, die Indexierung vorzunehmen, macht aber jetzt einen Rückzieher und legt noch immer Berufung gegen die Entscheidung des Gerichts ein."
In Belgien gilt für Löhne und Gehälter eine automatischer Inflationsausgleich. Die so genannte Lohnindexierung sorgt dafür, dass die Berufseinkommen den gestiegenen Lebenshaltungskosten angepasst werden.
„So kann es nicht weitergehen“
„Das war der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, zusätzlich zu all den anderen Problemen bei Brussels Airlines. So kann es nicht weitergehen. Deshalb werden viele Piloten morgen ab 5 Uhr für 24 Stunden die Arbeit niederlegen."
„Es ist ein Warnstreik", sagt Van Camp. „Das könnte der Beginn von vielleicht mehreren Streiks sein, wenn die Probleme nicht gelöst werden. Die drei Gewerkschaften unterstützen diese Aktion".
Ein Streik am Wochenende wird natürlich viele Passagiere treffen, aber das hat laut Van Camp nichts mit der Entscheidung zu tun. „Gestern gab es ein Treffen mit den Piloten, bei dem die Geschäftsleitung die Nachricht verkündete. Heute haben wir versucht, die Geschäftsleitung zu drängen, die Entscheidung rückgängig zu machen, aber es ist uns nicht gelungen. Deshalb streiken wir jetzt".
„Streik ist keine Lösung"
„Wir bedauern, dass die Pilotengewerkschaften für morgen zu einem wilden Streik aufrufen", teilte Brussels Airlines mit. „Wir entschuldigen uns bei allen Fluggästen, die von dem Streik betroffen sind. Unsere Kollegen tun alles, um Lösungen für alle zu finden. Es wurde eine Task Force eingerichtet, die sich mit den Folgen des Streiks befassen wird."
„Brussels Airlines ist immer offen für einen konstruktiven Dialog mit den Gewerkschaften. Wir werden den Inhalt der Gespräche nicht extern kommentieren. Ein Streik ist keine Lösung des Konflikts, im Gegenteil: Er wirkt sich negativ auf unser Unternehmen aus und belastet zukünftige Investitionen."
„Wir rufen die Gewerkschaften auf, sich an den Verhandlungstisch zu setzen, um die Gespräche fortzusetzen und unnötigen Schaden für Brussels Airlines zu verhindern."
