Fast 4 von 10 Belgiern nutzen das Fahrrad oder den Roller, um zumindest einen Teil des Weges zur Arbeit zurückzulegen. Das waren noch nie so viele. Das geht aus dem jährlichen Mobilitätsbarometer des Personaldienstleisters Acerta hervor. Das Auto verliert etwas an Boden, auch wenn letztes Jahr noch fast 78 Prozent der Pendlerfahrten mit dem Auto zurückgelegt wurden. Aber auch hier hat die grüne Wende eingesetzt.
Rekordzahl von Berufstätigen fährt mit Rad zur Arbeit: "Umweltfreundliche Wende hat begonnen"
Die Beliebtheit des Fahrrads nimmt von Jahr zu Jahr zu. Im Jahr 2021 fuhren 33 Prozent der Pendler mit dem Rad zur Arbeit, 2023 waren es bereits 39 Prozent. "Es gibt die Fahrradkostenpauschale, die die verstärkte Nutzung von Fahrrädern enorm gefördert hat", erklärt Charlotte Thijs, Mobilitätsexpertin bei Acerta Consult. Für jeden zur Arbeit geradelten Kilometer erhalten Berufstätige steuerfrei bis zu 27 Cent und das summiert sich zum Monatsende für viele zu einem ansehnlichen Betrag, der netto auf dem Lohnzettel erscheint.
"Außerdem gibt es eine große Auswahl an Fahrradtypen, wie zum Beispiel Elektrofahrräder. Und dann gibt es noch die Infrastruktur, die Fahrradautobahnen, die heutzutage stark frequentiert sind. Auch das hat die Beliebtheit des Radfahrens gesteigert."
Mehr als 15 Prozent der Pendler legen den gesamten Weg von zu Hause zur Arbeit mit dem Fahrrad oder Roller zurück, fast 22 Prozent kombinieren das Fahrrad mit dem Auto, und fast 1,5 Prozent der Pendler kombinieren öffentliche Verkehrsmittel mit ihrem Zweirad.
Grüne Trendwende?
Das Auto ist jedoch nach wie vor die Nummer eins: 77,7 Prozent der Arbeitswege werden mit dem Auto zurückgelegt, unabhängig davon, ob es mit anderen Verkehrsmitteln kombiniert wird oder nicht. Im Jahr 2022 lag dieser Anteil bei 78,3 Prozent.
Aber auch hier setzt sich die Umstellung auf umweltfreundlichere Fahrzeuge fort, meint Mobilitätsexpertin Charlotte Thijs. "Wir haben die Firmenwagen, die Teil des Lohnsystems sind. Alle vier bis fünf Jahre werden diese ersetzt. Im Vergleich zum letzten Jahr hat sich der Anteil der vollelektrischen Autos mehr als verdreifacht und der Anteil der Hybridautos ist von 10 auf 17 Prozent gestiegen.
Etwa ein Viertel der Angestellten (23,5 Prozent) hat derzeit einen Firmenwagen. Aber auch die privaten Autos werden grüner, stellt Charlotte Thijs von Acerta fest. "Auch hier hat die Trendwende begonnen."
Öffentliche Verkehrsmittel
Laut Acerta-Barometer ist die Zahl der Arbeitnehmer, die mit Bahn, Straßenbahn oder Bus zur Arbeit fahren, wieder auf dem Niveau von vor Corona. Im Jahr 2023 nutzen 8,5 Prozent der Pendler die öffentlichen Verkehrsmittel.
Damit sind die öffentlichen Verkehrsmittel deutlich unbeliebter als private Verkehrsmittel. "Das hängt natürlich stark mit dem Standort des Unternehmens und des Wohnorts sowie dem Angebot des öffentlichen Verkehrs zusammen. Der Nachteil ist, dass man von einer vorgegebenen Zeit- und Fahrplänen abhängig ist", erklärt Charlotte Thijs. Und die sind nicht immer vereinbar mit individuellen Bedürfnissen.
