Ab diesem Montag und wohl auch für mindestens den ganzen Monat aktiviert die Region Brüssel-Hauptstadt ihren Kälteplan für die Obdachlosen. Das bedeutet, dass alle betroffenen sozialen Einrichtungen versuchen, zusätzliche Schlafplätze zur Verfügung zu stellen.
Seit der Nacht zum Montag sind auch in Brüssel die Temperaturen unter Null Grad gesunken. Aus dem Kabinett des regionalen Ministers für soziale Angelegenheiten, Alain Maron (Ecolo) verlautete dazu, dass man in diesem Monat 155 zusätzliche Schlaf- und Unterbringungsplätze zur Verfügung stellen wolle, die Tag und Nacht zugänglich seien. Hinzu kommt, dass der Bahnhof Brüssel Süd/Midi bei Minustemperauren 24 Stunden lang geöffnet bleibt.
Dabei geht es um 120 Plätze für alleinstehende Männer, um 25 Plätze für Familien und um 10 Plätze in medizinischen Zentren. Die meisten dieser zusätzlichen Plätze sollen im neuen Obdachlosenzentrum im Stadtteil Anderlecht entstehen. Diese Plätze kommen zusätzlich zu den 120 neuen Plätzen in Schaarbeek.
Doch schon jetzt befürchten die Sozial- und Hilfsverbände in der Hauptstadt-Region, dass die Stellen knapp sein werden: „Es ist, als ob wir jedes Jahr überrascht sind, dass es kalt wird.“ Insgesamt gibt es in der Brüsseler Region etwa 5.000 Unterbringungsplätze für Obdachlose, von denen etwas über 3.000 Stellen seit Corona jeden Tag geöffnet sind. Brüssel zählt insgesamt rund 7.000 Obdach- und Wohnungslose.
