Seit dem Angriff der islamistischen Terrororganisation Hamas auf Israel und der militärischen israelischen Reaktion darauf am 7. Oktober 2023 haben auch in Belgien die jüdischen Einrichtungen und Museen weniger bis kaum noch Besucher. Dies meldete die frankophone Tageszeitung Le Soir in der vergangenen Woche. Das betrifft auch und gerade das Jüdische Museum in Brüssel sowie das Museum und Dokumentationszentrum über den Holocaust in Mechelen.
Folge des Gaza-Konflikts? Jüdische Museen und Gedenkstätte in Belgien haben weniger Besucher
Weltweit verlieren die jüdischen Einrichtungen, Museen und Gedenkstätten seit dem 7. Oktober Besucher und Follower in den sozialen Medien, so Le Soir. Das betrifft zum Beispiel auch das Memorial, Museum und Dokumentationszentrum über den Holocaust in der Kaserne Dossin in Mechelen (Prov. Antwerpen, Foto oben). Hier ist vor allem die Zahl der Follower in den sozialen Medien zurückgegangen, vor allem auf X (früher Twitter) seit den antisemitischen Aussagen von Elon Musk.
Doch dies ist für das Haus eher bedeutungslos, wie Direktor Thomas Baum gegenüber Le Soir andeutet: „Was X betrifft, stellen wir uns Fragen zu diesem Netzwerk, denn es spaltet und erhitzt die Gemüter. Das ist kein adäquates Medium für unsere Arbeit rund um die Erinnerung an den Holocaust.“ Die Zahl der effektiven Besucher ist hier in den letzten Wochen bisher nicht signifikant rückläufig, so Baum.
Nicht viel los im Jüdischen Museum in Brüssel
Im Jüdischen Museum in Brüssel (Foto unten) ist allerdings die Zahl der Besucher seit dem 7. Oktober 2023 deutlich zurückgegangen, so Direktorin Barbara Cuglietta: „Seit diesem Tag ist das Museum leer.“ Dieses Museum, das einen innovativen Blick auf die Geschichte und die Kultur des Judentums vermittelt, ist auf X nicht vertreten: „Dieses Medium ist für diesen kulturellen, künstlerischen und apolitischen Ort zu polarisierend.“
„Wir beobachten die Auswirkungen des Konflikts auf unsere Einrichtungen und fragen uns, ob dies zeitlich begrenzte Effekte sind oder ob dies radikale Änderungen für unsere Kulturorte und Memorials sind. Wir beschäftigen uns mit dieser Frage den ganzen Tag“, so Direktorin Guglietta: „Wir registrieren weniger Bewerbungen, weniger Anfragen aber mehr undifferenzierte Amalgame.“
