Im belgischen Bundesland Flandern sind im vergangenen Jahr so viele Unternehmen pleitegegangen, wie noch nie zuvor. Nach einer Meldung des Handels- und Informationsbüros GraydonCreditsafe registrierten die Handelsgerichte 2023 nicht weniger als 6.234 Konkurse, 10,66 % mehr als im Jahr davor. Viele der pleitegegangenen Unternehmen sind erst vor kurzem gegründet wurden und andere Firmen hatten eher betrügerische Absichten.
Noch nie wurden in Flandern so viele Konkurse registriert wie 2023
Die meisten Konkurse in Flandern betrafen Firmen aus der Baubranche (1.387) oder Gastronomieunternehmen (1.102). In fast allen Provinzen in Flandern hat sich die Zahl der Konkurse deutlich erhöht, außer in der Provinz Antwerpen, wo es letztes Jahr 8 % weniger Pleiten gab. Am schwersten betroffen ist Flämisch-Brabant mit 60 % mehr Konkursen als 2022.
Insgesamt überstieg die Pleitewelle des vergangenen Jahres (10,66 %) die Zahl des bisherigen Rekordjahres in Flandern, das Jahr 2013, als 6.210 Konkurse ausgesprochen wurden. Insgesamt kostete diese Pleitewelle Flandern 11.795 Arbeitsplätze.
Junge Unternehmen
Fast die Hälfte der 2023 pleite gegangenen Firmen in Flandern (45,6 %) waren unternehmen, die erst in den letzten 5 Jahren gegründet wurden. GraydonCreditsafe führt die auffallend hohe Zahl an Konkursen aber auch darauf zurück, dass die Gerichte und die Staatsanwaltschaften enger zusammenarbeiten, um Unternehmen aufzudecken, die mit betrügerischen Absichten aufgebaut wurden.
Aber auch die Langzeitfolgen der Coronakrise sorgten wieder für Konkurse in Flandern. Davon waren zumeist Firmen betroffen, die erst kurz vor der Pandemie entstanden und die bisher durch Unterstützungsmaßnahmen überleben konnten. Doch da solche Unternehmen (noch) keine Reserven anlegen konnten, mussten die ihre Bücher schließen.
