Die Überschwemmungen in den Regionen um die Flüsse Dender, Leie und Schelde in Flandern scheinen vorerst unter Kontrolle zu sein und auch in der Wallonie sinken die Pegel leicht. Doch für den Donnerstagabend werden neue Niederschläge erwartet. Aber die Behörden gehen nicht davon aus, dass es zu neuen Überschwemmungen oder kritischen Situationen kommen wird. Trotzdem bleibt man überall wachsam.
Entspannung in den belgischen Hochwassergebieten - Keine weiteren Überschwemmungen erwartet
In Affligem in Flämisch-Brabant bleiben zwei Häuser vorerst evakuiert und in einigen Straßen steht das Wasser. Die Bewohner von 5 weiteren Häusern halten sich derzeit in den oberen Stockwerken auf oder zogen freiwillig zu Verwandten.
Am Donnerstag blieb es im Laufe des Tages trocken und die Pegel der Wasserläufe konnten etwas sinken, doch gegen Abend zieht eine neue Unwetterfront aus Richtung Nordfrankreich über Belgien, was erneut Niederschläge mit sich bringen wird.
In der Provinz Ostflandern sinken die Pegel der Flüsse, außer an der Leie, wo der Höchststand in den Ortschaften Sint-Martens-Latem, Deinze und Drongen erst am Nachmittag erreicht wurde. In Gent sinkt der Pegel der Leie seit etwa Mitternacht.
In den Ortschaften Wichelen, Zulte, Geraardsbergen und Melle in Ostflandern arbeiten schwere Pumpen daran, dass Wasser in die Wasserläufe zurückzudrängen. In Geraardsbergen bleibt der kommunale Katastrophenplan vorläufig noch aktiv.
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Weitere Hochwassermeldungen
In der Wallonie sinken die Pegel ebenfalls, außer an der Semois, wo der Höchststand noch nicht erreicht ist. In Han-sur-Lesse überflutete die Lesse die berühmten Grotten, die aktuell dadurch nicht zugänglich sind. In Bouillon ist die Semois über ihr Ufer getreten (Video unten).
In Ostbelgien sind noch immer einige Straßen und Äcker von der Our in der Gegend der Gemeinde Burg-Reuland überschwemmt.
In der Provinz Limburg wurden an den Bächen Zwarte Beek und Warmbeek die höchsten jemals gemessenen Pegelstände registriert und auch die Demer und ihre Nebenarme weisen hohe Wasserstände auf.
(Lesen Sie bitte unter dem Video aus Bouillon weiter)
Verkehr
In Flandern und Brüssel liegen durch das örtliche Hochwasser keine Probleme für die Bahn vor. In der Wallonie ist allerdings der Zugverkehr zwischen Libramont und Marbehan in der Provinz Luxemburg noch unterbrochen.
Bei der flämischen Nahverkehrsgesellschaft De Lijn liegen allerdings noch Probleme vor und zwar in erster Linie in Ostflandern und hier vor allem in den sogenannten Flämischen Ardennen sowie am flämischen Rand rund um Brüssel. Einige Haltestellen werden nicht bedient, Linien werden gekürzt oder Busse fahren Umwege.
Zwischen Gent und Terneuzen wird am Donnerstag und am Freitag für jeweils einige Stunden das Schleusensystem geöffnet, damit das Wasser aus der Schelde bzw. aus den Kanal zwischen beiden Häfen schneller in Richtung Niederlande fließen kann. Dies vereinbarten die Mobilitätsminister Flanderns und der Niederlande. Dies bedeutet, dass die Schifffahrt dort zeitweise unterbrochen werden muss.
Hier bleibt die Lage an der Moervaart, einem Seitenarm der Schelde, weiter kritisch, denn dieser Fluss, der den Kanal Gent-Terneuzen mit der Durme verbindet, führt aktuell sehr viel Wasser, wovor die ostflämischen Provinzbehörden noch warnen.

