Zum Hauptinhalt springen

Ende Januar droht wieder ein dreitägiger Bahnstreik in Belgien

Ein neues Jahr, eine neue Streikankündigung bei der belgischen Eisenbahn. Die sozialistische Eisenbahnergewerkschaft ACOD Spoor kündigte am Donnerstag einen dreitägigen Bahnstreik an. Die Gründe für diesen neuerlichen Streik bleiben die alten, denn die Gewerkschaften protestieren weiter gegen die Maßnahmen der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB zur Steigerung der Produktivität, während gleichzeitig beim Personal eingespart werden soll. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Bei ACOD Spoor heißt es dazu, dass der Bahn schon jetzt jede Menge Personal fehlt und dass dadurch der Arbeitsdruck beim bestehenden Personen immer schwerer wiegt. Dies wirkt sich inzwischen deutlich auf die Dienstleistung der Bahn aus, so das Argument. Die Zahl der verspäteten oder ausgefallenen Züge unterstreiche dies.

Die sozialistische Eisenbahnergewerkschaft lässt wissen, dass seit den beiden 48-Stundenstreiks von November und Dezember 2023 nichts mehr passiert sei und die Bahndirektion habe bezüglich Verhandlungen nichts mehr von sich hören lassen. Dies sei unannehmbar, so ein Gewerkschaftssprecher. Die ACOD Spoor fordert, dass die Bahn zurück an den Verhandlungstisch kommt.

Ob es aber zu einer Gewerkschaftsfront kommen wird, ist unklar. Die christliche Gewerkschaft ACV will sich dem angekündigten Streik nicht anschließen, doch die liberale ACLVB könnte wieder mitmachen. Die ACV will verstärkt auf Verhandlungen setzen, statt mit Streiks die Pendler und die Reisenden zu benachteiligen. Diese Gewerkschaft hatte schon im Dezember nicht mehr mitgestreikt. 

Hintergrund

Grund für diese Streiks sind die Unzufriedenheit der Eisenbahner über ihre Arbeitslage sowie eine neue Arbeits- und Dienstplanregelung und über den Gang der Dinge bei den laufenden Reformen. Die Gewerkschaften bemängeln - wie übrigens auch die belgischen Fahrgastverbände - dass zu viele Züge unpünktlich sind und dass zu viele Reisezüge in einer viel zu kurzen Zusammenstellung unterwegs sind.

Hinzu kommen noch der weiterhin akute Personalmangel und die Konfrontation mit neuen digitalen Anwendungen, die nicht richtig funktionieren und damit zu Sicherheitsproblemen führen. Zu allem Überfluss werfen die Gewerkschaften der NMBS/SNCB vor, einmal mehr eine Reform durchzuführen, die an den Sorgen und Nöten der Beschäftigten und der Fahrgäste vorbeigeht.

Die NMBS/SNCB will zudem 250 Stellen in den Bahnhöfen streichen und die Dienstleistung dort den Fahrkartenautomaten überlassen. Das hier freigesetzte Personal soll andere Aufgaben übernehmen, um offene Stellen zu besetzen, weil die Bahn nicht genug neue Mitarbeiter findet. 

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5