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De Lijn: Neue E-Busse bestellt aber auch viel Protest gegen den neuen Fahrplan

Eigentlich wollte die flämische Nahverkehrsgesellschaft De Lijn mit der Meldung punkten, dass man eine Bestellung für 92 moderne E-Busse beim chinesischen Buskonstrukteur BYD eingereicht habe. Doch diese Meldung ging im wachsenden Protest gegen den neuen Fahrplan für Flandern unter, der ab dem kommenden Samstag (6. Januar) gilt.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Neben den verschiedenen Fahrgastverbänden und einigen betroffenen Kommunen meldete sich am Donnerstag auch die christliche Gewerkschaft ACV mit Kritik am neuen Fahrplan. Dieser sein ein „großes Chaos“ und „eine Sparmaßnahme, die schwere Folgen für sehr viele Menschen hat.“ Mit dem neuen Transport- und Fahrplan von De Lijn fallen 3.247 Haltestellen weg und für rund ein Viertel der Haltestellen, die dann noch bleiben, wird eine sogenannte „Flex-Beförderung“ eingeführt, sprich, die Fahrgäste müssen sich für einen Rufbus anmelden und dies einige Tage vor Fahrtantritt.

Jo Van der Herten von der christlichen Gewerkschaft ACV Öffentlicher Dienst sagte dazu gegenüber VRT NWS, dass der neue Fahrplan viele Menschen im Stich lassen würde: „90 % der Tram- und Busnutzer geben an, dass sie für all ihre essentiellen Ortsveränderungen auf De Lijn angewiesen sind. Und doch wurden seit 2010 schon hunderte Millionen Euro bei De Lijn eingespart.“ 

Vor allem für ältere und weniger mobile Leute ist dieser Plan wirklich kein Fortschritt. Sie können sich nicht mit dem Roller oder zu Fuß zu einer weiter entfernten Haltestelle begeben.“

Jo Van der Herten, ACV Öffentlicher Dienst

Der neue Transportplan der regionalen flämischen Nahverkehrsgesellschaft bedeute zudem einen Rückzug des öffentlichen Nahverkehrs aus der Fläche und benachteilige vor allem die Schwächeren in der Gesellschaft, so Van der Herten: „Vor allem für ältere und weniger mobile Leute ist dieser Plan wirklich kein Fortschritt. Sie können sich nicht mit dem Roller oder zu Fuß zu einer weiter entfernten Haltestelle begeben.“

Was De Lijn eine „Beförderung auf Maß“ nennen würde, sei eine verkappte Sparmaßnahme, die sich negativ auf die Dienstleistung auswirken würde. Zudem sei es im Rahmen der „Flex-Beförderung“ noch nicht möglich, eine Busfahrt mit Umstieg in ein Taxi oder ein anderes öffentliches Verkehrsmittel zu kombinieren, oder mit einem Miet- oder Stadtteilauto. Am Samstag wollen die Fahrgastverbände vor den großen Bahnhöfen in Flandern an den De Lijn-Bushöfen gegen den neuen Fahrplan protestieren. 

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Hält hier noch ein Bus?

Neue E-Busse

Im Rahmen der Umstellung des Fahrzugparks von De Lijn auf umweltfreundlichere Treibstoffe hat die flämische Nahverkehrsgesellschaft jetzt weitere Elektrobusse bestellt (Foto unten). Sie gab beim chinesischen Busbauer BYD 92 E-Standard-Busse in Auftrag. Die ersten dieser Busse sollen ab 2025 eingesetzt werden können.

Dies ist die erste Bestellung für große Busse von De Lijn bei einem chinesischen Hersteller. Die Fahrzeuge sollen allerdings im BYD-Werk in Ungarn gebaut werden. Bisher werden nur in Brügge 7 kleine chinesische E-Busse eingesetzt.

Daneben fahren rund 40 elektrische Standardbusse verschiedener Hersteller u.a. in Antwerpen, Gent und Löwen im Fahrplan. In den kommenden Monaten erwartet De Lij dazu noch E-Busse von belgischen Konstrukteuren: 36 von Van Hool und 24 von VDL. Und beim italienischen Hersteller IVECO läuft eine Bestellung von 109 weiteren elektrischen Bussen. 

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