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Hochwasser an der Dender: Veraltete Schleusen und Wehre erschweren die Probleme

Jetzt, wo die Dender durch anhaltenden Starkregen an verschiedenen Orten über die Ufer tritt, stellt sich die Frage, warum die flämischen Behörden die Modernisierung der teilweise aus dem 19. Jahrhundert stammenden Schleusen und Wehre noch nicht in Angriff genommen hat. Bis 2020 sollten 7 Anlagen modernisiert werden, doch bisher ist nichts passiert. In der Wallonie hingegen sind alle Schleusen und Wehranlagen entlang der Dender erneuert worden. Dadurch kann viel mehr Wasser in Richtung Flandern fließen.

Luc Pauwels Andreas Kockartz
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Dass Flandern die Wehranlagen an der Dender erneuern wollte, war eine Folge der heftigen Überflutungen im Jahr 2010, als das Tal der Dender vor allem in der Provinz Ostflandern schwer betroffen war. Die Dender durchfließt hügeliges Gelände, weshalb der Fluss besonders hochwassergefährdend ist.

„Dadurch strömt das Wasser schnell ab und kommt schneller in den Fluss. Das Wasser kommt auch flussabwärts aus der Wallonie und aus zahlreichen Seitenbecken in Flandern. Weil sich das dort alles sammelt, ist die Dender besonders sensibel für Überschwemmungen“, sagte der Hydrologe Patrick Willems von der Uni Löwen (KU Leuven) am Dienstag gegenüber VRT NWS.

Anlagen aus dem Jahr 1863

Das ändert aber nichts daran, dass seit den Überschwemmungen von 2010 keine flämische Landesregierung und kein zuständiger Minister für öffentliche Arbeiten die Modernisierung der 7 ältesten Stau- und Wehranlagen an der Dender in Angriff genommen hat, was eigentlich bis 2020 passieren sollte. Offenbar ist in dieser Frage die komplizierten Genehmigungsverfahren eine Ursache dafür, dass die Arbeiten nicht beginnen. Einige Male protestierten auch Bürgerinitiativen gegen Neubauten von Schleusen oder Wehranlagen.

6 dieser Anlagen stammen noch aus dem Jahr 1863 und arbeiten mit Wehren, die aus Holzbalken bestehen. Eine weitere Anlage wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut, wurde aber bereits mehrmals verstopft, was ebenfalls lokal (in Denderbelle) für Hochwasser sorgte. 

Die Dender

Die Dender ist 63 km lang und entspringt in der wallonischen Ortschaft Ath in der Provinz Hennegau. Sie entsteht am Zusammenfluss der Oberen und der Unteren Dender. Aber das meiste Wasser, das in diesen Fluss fließt, stammt aus Seitenbecken, Nebenflüssen und aus der Natur.

Weil die Dender ein typischer Regenfluss ist, sollte es wichtig sein, dass das Wasser gut durchströmen kann, doch bei anhaltendem Regen bzw. bei Starkregen ist das nicht unbedingt der Fall, wie die großen Überflutungen zwischen Geraardsbergen und Dendermonde von 2010 bewiesen haben.

Ein Drittel des Beckens der Dender liegt im wallonischen Hennehau und zwei Drittel in Ostflandern, von wo aus der Fluss bei Dendermonde in die Schelde fließt. Entlang des Flusses stehen 13 Stau- und Wehranlagen: 5 auf wallonischer Seite und 8 in Flandern. 

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