Zum Hauptinhalt springen
Inland
Wirtschaft

Das System der Flexijobs ist in Belgien auf mehr Sektoren ausgeweitet worden

Seit dem 1. Januar 2024 können Beschäftigte aus dem Flexijob-System in mehr Branchen und Sektoren arbeiten. Bisher war dieses System, bei dem Arbeitnehmer bis zu einem bestimmten Punkt des Einkommens keine Abgaben entrichten müssen, wenn die entsprechenden Arbeitsplätze lediglich als Nebenverdienst angemeldet sind, fast nur in der Gastronomie zu finden. In anderen Bereichen spielt das System eher eine untergeordnete Rolle. Jetzt aber ist hier mehr möglich. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Flexijobs sind ein System in Belgien, dass z.B. Pensionierten und Teilzeitbeschäftigten zu günstigen Bedingungen ermöglicht, etwas hinzuzuverdienen. Arbeitgeber müssen dabei keine Steuern sondern lediglich vorteilhafte Sozialabgaben entrichten.

Im neuen Jahr können Flexijobber in 9 weiteren Wirtschaftssektoren beschäftigt werden. Das sind (Reise)Busgesellschaften, das Bestattungswesen, der Eventbereich, die Lebensmittelindustrie, Fahrschulen, die Automobilindustrie, Landwirtschaft und Gartenbau, sowie Immobilienagenturen und Umzugsunternehmen.

Bisher konnte das System der Flexijobs in der Gastronomie, im Einzel- und im Lebensmittelhandel, z.B. in Bäckereien oder in Warenhäusern sowie in Friseur- und Schönheitssalons, im Sportbereich, in der Unterhaltungsbranche, z.B. in Kinos oder im Pflege- und Gesundheitsbereich angewendet werden.

Höhere Abgaben für die Arbeitgeber

Auf Ebene von Ländern und Regionen können Flexijobber aber auch im Unterrichtswesen und in der Kinderbetreuung eingesetzt werden, z.B. als Quereinsteiger bei Personalmangel.

Steuerfrei bleiben die jeweiligen Löhne und Gehälter nur bis zu einer Summe von 12.000 € pro Jahr. Rentner dürfen per anno lediglich 7.190 € zu ihren Bezügen hinzuverdienen. Die Abgaben, die die Arbeitgeber für die Beschäftigung von Flexijobbern entrichten müssen, sind zum Jahreswechsel von bisher 25 auf jetzt 28 % angestiegen.

Die Ankündigung dieser Anhebung sorgte vor einiger Zeit für scharfe Kritik von Seiten der Mittelstandsverbände, die auf dieses System durch Personalmangel am Arbeitsmarkt und nach Mindereinnahmen durch Corona und die Energiekrise deutlich setzen. 

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5