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Inland
Wirtschaft

Belgien: Strompreise 2023 zeitweise negativ am Energiemarkt

Nach einer Meldung der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd lagen die Strompreise im vergangenen Jahr einige Male am Großhandelsmarkt für Energie unter Null. Großverbraucher bekamen dabei Geld überwiesen, um den überzähligen Strom zu verbrauchen. Die privaten Haushalte und Stromkunden haben von diesem Phänomen aber nichts. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Wer z.B. am Neujahrstag am hiesigen Energiemarkt Strom kaufte, bekam Geld überwiesen, damit er zwischen 3 und 8 Stunden lang zusätzlich Elektrizität verbrauchen konnte. Laut De Tijd ereignete sich dieses Phänomen im vergangenen Jahr häufiger und in Zukunft wird es so etwas wohl wieder geben.

Durch Überangebote z.B. durch die wetterbedingt hohe Stromproduktion durch die Windkraft, errechnete die belgische Strombörse Epex, dass letztes Jahr insgesamt 222 Stunden lang Strom zu negativen Preisen gab.

Das bedeutet dann für den Energiemarkt, dass die Welt auf den Kopf gestellt wird. Produzenten müssen quasi dafür bezahlen, dass sie ihren Strom am Markt anbieten können. Großverbraucher aus z.B. der Industrie hingegen können Geld mit jeder Megawattstunde Strom verdienen, die sie „abnehmen“. Bei den Privathaushalten und den wirtschaftlichen Kleinverbrauchern kommt diese Entwicklung aber nicht an.

Im Vergleich mit 2022 erlebte Belgien 2023 mehr oder weniger eine Verdoppelung der Strompreise unter Null bzw. zu negativen Bedingungen, so De Tijd unter Berufung auf Daten von Entso-E, dem europäischen Verband der Stromnetzbetreiber. Auch das bisherige Rekordjahr 2021 mit knapp 160 Stunden Strom zu negativen Preisen wurde deutlich übertroffen. 

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