Willy Kerremans (Foto) aus Meise (Flämisch-Brabant) wurde am Mittwoch beim Radfahren von einem Autofahrer angefahren, der Fahrerflucht beging. Vor 20 Jahren war sein Sohn ums Leben gekommen, nachdem er von einem Auto angefahren worden war, das ebenfalls weitergefahren war. "Wer jemanden anfährt und die Person ist in Schwierigkeiten, dann stoppt doch und hilft ihr", sagte Willy gegenüber dem VRT-Regionalsender Radio 2.
Radfahrer aus Meise von PKW niedergemäht. Vor 20 Jahren starb sein Sohn unter ähnlichen Umständen
Am Mittwochnachmittag war Willy mit seinem Mountainbike auf einer kleinen Landstraße in Wolvertem unterwegs. "Ich fuhr auf der linken Seite der Straße und befand mich etwa 100 Meter von der Kreuzung mit dem Papenbos entfernt. Plötzlich tauchte ein schwarzes Auto auf. Der Fahrer hatte mich deutlich gesehen, fuhr aber auf mich zu und rammte mich mit seinem Außenspiegel".
"Nach dem Zusammenstoß fiel ich ins Gras, aber mein Kopf prallte gegen eine Ziegelmauer. Der Fahrer kümmerte sich nicht um mich und setzte einfach seine Fahrt fort. Ich verlor für einen Moment das Bewusstsein. Zum Glück kam mir Sonja, eine Nachbarin, zu Hilfe, weil sie meine Leuchtweste im Gras gesehen hatte. Die Nachbarn halfen mir dann, zum Arzt zu gehen. Meine tiefe Kopfwunde wurde behandelt und mit acht Stichen genäht".
Sein Sohn Bart starb unter ähnlichen Umständen
Für Willy ist die Tatsache, dass der Fahrer nicht angehalten hat, umso brisanter, weil sie ihn an das Drama mit seinem Sohn erinnert. "Unserem Sohn Bart ist vor 20 Jahren das Gleiche passiert", erzählt er. "Er war zu Fuß auf dem Heimweg von einer Party und wurde in der Molenstraat in Nieuwenrode von einem großen Geländewagen erfasst. Bart war auf der Stelle tot und der Fahrer beging Fahrerflucht.
"Ich werde nicht zulassen, dass so etwas noch einmal passiert", erklärt Willy. Er wird bei der Polizei eine Anzeige erstatten, in der Hoffnung, dass der Fahrer, der ihn angefahren hat, gefunden wird. "Der Verursacher von Barts Unfall wurde nie gefunden. Wir denken noch oft an unseren verstorbenen Sohn. Ich möchte auch einen Aufruf starten. Wenn Sie jemanden angefahren haben oder eine Person in Not ist, halten Sie an und leisten Sie Hilfe".
Willy bedauert auch, dass er keinen Helm getragen hat. "Man sollte immer einen tragen. Sie haben meine Verletzungen gesehen. Ein Helm kann Leben retten, ich werde von nun an immer einen tragen. Eigentlich sollte der Helm in Belgien Pflicht sein".
