So wie zu jedem Jahreswechsel bzw. zu jedem Monatsanfang werden auch jetzt wieder Anpassungen und Neuerungen fällig, die viele Bürger in Belgien betreffen. Auch zum Start des neuen Jahres 2024 ist das so und solche Anpassungen sind in den verschiedensten Bereichen und Sektoren festzustellen. In unserer Liste sind aber auch Veränderungen, die erst in den Wochen danach durchgeführt werden.
Gesundheit
Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit) kündigte an, dass in kürze alle Krebsmedikamente für Kinder von den Krankenkassen zurückbezahlt werden. Das war bei 54 bestimmten Präparaten bisher nicht der Fall, was verursachen konnte, dass die Behandlung von Kindern deren Eltern nicht selten sehr teuer zu stehen kam.
Kostenlose psychologische Hilfe und Begleitung für junge Leute wird ab Februar 2024 möglich und zwar mit bis zu 20 Gesprächen mit Fachleuten (ausgebildete klinische Psychologen oder Pädagogen und auch mit Diätberatern).
Aus für die Steueramnestie
Ab dem 1. Januar ist auch die seit einigen Jahren mögliche Steueramnestie in Belgien zu Ende. Wer im Besitz von Schwarzgeld war, konnte das Geld durch Selbstanzeige, Zahlung eines Bußgeldes und durch die Nachzahlung der ausstehenden Steuern quasi legalisieren. Damit konnten Staat und Steuer Einnahmen in Höhe von rund 4 Mia. € generieren.
Noch in den letzten Wochen gingen Anträge auf Regularisierung beim belgischen Fiskus ein. Wer nach dem 1. Januar 2024 noch Gelder von Konten in der Schweiz oder in Luxemburg nach Belgien überweisen und damit legalisieren möchte will, kann dies befristet noch machen, muss sich aber an die jeweilige Staatsanwaltschaft wenden, um einen Vergleich zu verhandeln.
Essenreste gesondert entsorgen
Ab dem Jahreswechsel müssen Essens- und Küchenreste in Flandern gesondert entsorgt werden. Das bedeutet, dass solche Abfälle in die entsprechenden Müllcontainer bzw. -säcke (in die sogenannten GFT-Behälter - Foto oben) abgefüllt werden müssen oder aber dem Kompost im Garten zugefügt werden können.
Die flämische Abfallgesellschaft OVAM stellte fest, dass jeder Flame pro Jahr rund 34 kg. GFK-Abfall in den Müll wirft (224.024 Tonnen per anno). Dieser Abfall aber kann kompostiert oder zur Produktion von Biogas genutzt werden.
Höhere Mindestrente
Die Mindestrente für Arbeitnehmer wird um 2,08 % angehoben. Für alleinstehende Arbeitnehmer mit einer vollständigen Berufslaufbahn von 45 Jahren bedeutet das, dass sie eine Pension von monatlich 1.738,55 € brutto bekommen werden, was einer Anhebung um 35,42 € entspricht. Für entsprechende Pensionierte mit Familie wird ab dann eine Rente von 2.172,49 € brutto überwiesen.
Einkommen
Auch im Januar 2024 werden die Löhne und Gehälter wieder der Teuerungsrate angepasst. Diese Indexanpassung fällt von Sektor zu Sektor verschieden aus. In einigen Bereichen steigen die Gehälter von Angestellten zum Jahreswechsel z.B. um 1,48 %.
Banken
Eine Tatsache, die Anfang des neuen Jahres hier ins Auge fällt, ist die Fusion einer der größten belgischen Banken, der BNP Paribas Fortis, mit der Bank der belgischen Post, bpost bank. Konkret wird diese Fusion erst am 22. Januar vollzogen und doch gehört diese Ankündigung hierher, denn sie betrifft etwa 4,8 Millionen Bankkunden in unserem Land. Die belgische Postbank wird danach verschwinden.
Was wohl vorerst nicht passieren wird, sind weitere Anhebungen der Zinsen auf Sparkonten. Obschon die belgischen Finanzinstitute inzwischen wieder über ausreichende Reserven verfügen, werden die Sparkunden weiterhin erstmal nicht weiter belohnt.
Post
Die Post verteuert einmal mehr die Briefmarken. Für eine einfache Briefmarke wird jetzt 1,46 € abgerufen, statt 1,39 €. Kauft man ein 10er-Blatt einfache Briefmarken, dann kostet eine Marke 1,43 €. Prior-Briefmarken kosten im neuen Jahr 2,27 € statt wie bisher 2,17 € bzw. 2,24 € im 10er-Blatt.
Auch Pakete verschicken wird teurer, doch bpost erinnert an Wege, die Versendungskosten zu senken. Man kann z.B. seine Gebühr online zahlen und den Auftragsschein digital drucken oder auch Senden und Empfangen über eine der inzwischen rund 3.000 Paketstationen von bpost.
Mobilität
Wie jedes Jahr wird die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB auch in diesem Jahr am 1. Februar ihre Tarife erhöhen. Nach der deutlichen Anhebung der Fahrpreise und Abos im Februar 2023 (um durchschnittlich 9 %) schlägt die Bahn dieses Jahr um weitere 5,9 % auf.
Ab dem 1. Januar müssen Autofahrer, die einen neuen Wagen bzw. einen neuen Lieferwagen erwerben, eine zusätzliche Umweltgebühr von 10 € entrichten, die zur Finanzierung des Recyclings von Altfahrzeugen genutzt wird.
Dienstleistungsschecks
Ab dem 1. Januar werden in allen Landesteilen die sogenannten Dienstleistungsschecks teurer. Während diese Schecks, mit denen Dienstleistungen bezahlt werden, zu denen die Arbeitsämter den entsprechenden Arbeitnehmern eine Gehaltsanpassung hinzuzahlen, in der Wallonie um 1 € auf dann 10 € angehoben werden, fallen die Preissteigerungen in Flandern unterschiedlich und wesentlich höher aus.
Das heißt hier, dass die Zuzahlungen zu den auch hier jetzt 10 € kostenden Dienstleistungsschecks nicht vom Arbeitsamt geleistet werden, sondern von den Kunden. Das bedeutet hier Verdoppelungen bis Verdreifachen der Gebühren. Diese Mittel sollen für weitere Ausbildungen des DSL-Personals oder für Verwaltungskosten angerechnet werden.
Telekommunikation
Für 2024 kündigen die drei in Belgien aktiven Telekomanbieter Proximus, VOO und Orange höhere Tarife für einige ihrer Produkte an und das sich Telefon und Internet. Ab dem 1. März gelten bei allen Anbietern zudem neue Sozialtarife.
Versicherungen
Im Laufe des neuen Jahres werden die meisten Versicherungsunternehmen ihre Prämien für die Feuerversicherungen anheben. Das werden Tariferhöhungen von zwischen 3 und 5 % sein. Grund dafür ist ein Anstieg des entsprechenden Versicherungsindexes, der auf Basis der Teuerungsrate im Bauwesen errechnet wird und dieser stieg 2023 um 3,7 %.
Energie
Der Sozialtarif für Gas und Strom wird um 9 % angehoben. Der einfache Tarif für Elektrizität steigt von 21,568 Eurocent pro Kilowattstunde auf 23,441 Eurocent. Der Sozialtarif für Erdgasprodukte wird von jetzt 4,902 Eurocent auf 5,371 Eurocent angehoben.
Die Netz- und Vertriebstarife für Strom und Gas steigen im kommenden Jahr um durchschnittlich 8 %. Dies teil die flämische Regulierungsbehörde für Energiefragen VREG mit, die auch für die Tarife zuständig ist. Das bedeutet für einen Durchschnittshaushalt, dass Gas auf Jahresbasis nächstes 18 € teurer wird und Strom 27 %.
