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Die Stadt Antwerpen zahlt den letzten Euro aus ihren historischen Schulden ab

An diesem 27. Dezember 2023 zahlt die Stadt Antwerpen symbolisch den letzten Euro aus ihren historischen Schulden ab. Die flämische Schelde- und Hafenmetropole geriet in den 1980er Jahren finanziell in Schieflage und wurde zwischen 1995 und 2018 dadurch sogar die Aufsicht der flämischen Landesbehörden gestellt. Nach und nach konnte die Stadt diese Schulden aber Schritt für Schritt „abstottern“ und so kann dieser Punkt der Geschichte jetzt symbolisch „abgehakt“ werden. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Angang der 1980er Jahre geriet die Stadt Antwerpen gehörig in finanzielle Schwierigkeiten und noch 2014 beliefen sich diese Altschulden noch auf fast 800 Mio. €. Das führte dazu, dass die Stadt nach 1995 unter flämische Aufsicht gestellt werden musste, denn offiziell wurde sie für Handlungsunfähig erklärt. Das bedeutete, das alles, was mit Geld zu tun hatte, von der flämischen Landesregierung geregelt werden musste. Dieser Zustand dauerte noch bis 2018.

Der Professor und Politologe Herwig Reynaert von der Universität Gent (UGent) hat sich auf lokale Politik spezialisiert. Er erklärte gegenüber dem VRT-Sender Radio 2, dass sich die Lage erst ab etwa 2018 normalisierte: „Danach musste der städtische Haushalt nicht mehr von einem flämischen Begleitausschuss angenommen werden. Dann kann man diesen Moment doch wohl einen historischen Moment nennen.“ 

Finanziell auf der Intensivstation

„2018 sagte Bart De Wever (N-VA, Antwerpens aktueller Bürgermeister (Red.)) noch, dass Antwerpen finanziell auf die Intensivstation verlegt worden sei. Om mit dieser Symbolik weiterzumachen: Die Stadt ist wieder in ein normales Zimmer verlegt worden und kann das Krankenhaus bald wieder verlassen“, so der Politologe schmunzelnd. 

Timing kein Zufall?

Professor Reynaert ist der Ansicht, dass das Abtragen der Schulden in erster Linie ein Verdienst der Antwerpener Stadtverwaltung sei: „Es war nicht evident, dies zu machen, denn es gab in der Vergangenheit viele Herausforderungen. Man denke nur an die Indexanpassung der Löhne, an die Pensionen des städtischen Personals, die noch immer viel Geld kosten und auch an die steigenden Energiepreise und an Corona.“

Doch das Timing für diesen symbolischen Tag ist nicht wirklich ein Zufall: „Genauso, wie einige Steuererleichterungen, die einige Gemeinden kürzlich erst ankündigten, ist auch dies eine Meldung, die die Wähler gerne hören. Es klingt natürlich nicht schlecht, dass dies gerade vor einem Wahljahr passiert.“ Am Sonntag, den 13. Oktober 2024, finden in Belgien schließlich auch die Kommunalwahlen statt. Bis dahin mag Antwerpen finanziell gesehen das Krankenhaus wohl verlassen haben… 

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