Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit, Foto) kündigte an, dass in kürze alle Krebsmedikamente für Kinder von den Krankenkassen zurückbezahlt werden. Das war bei 54 bestimmten Präparaten bisher nicht der Fall, was verursachen konnte, dass die Behandlung von Kindern deren Eltern nicht selten sehr teuer zu stehen kam. Das soll bald anders werden, so der flämische Sozialist.
Krebsmedikamente für Kinder sollen in Belgien bald vollständig vergütet werden
Bis vor kurzem war es in Belgien noch so, dass für rund ein Viertel der an Krebs erkrankten Kinder bestimmte Medikamente von den Kassen nicht vergütet wurden, weil diese nicht spezifisch für die Behandlung von jungen Patienten vorgesehen waren, sondern lediglich für Erwachsene. Dadurch konnten die Behandlungskosten bzw. die Kosten für Medikamente mitunter zehntausende Euro kosten.
Das Problem wird konkret seit anderthalb stark kritisiert, als eine Studie, an der Kinderonkologen und der Krebsfonds KickCancer mitarbeiteten, entsprechende Zahlen veröffentlichte. Ein solcher Zustand sei „inakzeptabel für ein so reiches Land wie Belgien“, hieß es im Fazit dieser Studie.
Dies sind sichere und gute Medikamente für Kinder, doch die Hersteller haben dies so nicht dokumentiert. Daher gab es bisher kein Verfahren, die eine Vergütung zuließen.“
Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke
Offenbar lag diesem Problem ein Verwaltungsvorgang zu Grunde. Inzwischen wurde eine Liste von 54 entsprechenden medizinischen Produkten erstellt. „Dies sind sichere und gute Medikamente für Kinder, doch die Hersteller haben dies so nicht dokumentiert“, so Gesundheitsminister Vandenbroucke: „Daher gab es bisher kein Verfahren, die eine Vergütung zuließen.“
Vandenbroucke hat inzwischen 3,2 Mio. € freigemacht, um dieses Problem zu lösen. Einzige Bedingung ist, dass die Behandlung mit diesen 54 bestimmten Produkten durch spezialisierte Krebszentren vorgenommen wird: „Wir versprechen, dass wenn Fachzentren diese Medikamente bei Kindern anwenden, wir diese sofort zurückbezahlen.“
