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Religie & Levensbeschouwing

Erzbischof Luc Terlinden spricht in seiner Weihnachtspredigt über missbrauchte oder zwangsadoptierte Kinder in der belgischen Kirche

Der neue belgische Erzbischof Luc Terlinden hat am Sonntag in seiner Weihnachtspredigt in der Kathedrale Sint-Michiel und Sint Goedele in Brüssel ausführlich über die Kinder gesprochen, die sexuell missbraucht oder zwangsadoptiert wurden. Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern und von Zwangsadoptionen haben die katholische Kirche in Belgien nach Enthüllungen in der Presse vor Kurzem erschüttert.

Martina Luxen Belga
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"Wie könnte man die Kinder vergessen, die Opfer sexuellen Missbrauchs oder einer Zwangsadoption geworden sind? Ihre schmerzhafte Wirklichkeit ist in den letzten Wochen aufgrund der ergreifenden Berichte von Opfern wieder ans Tageslicht gekommen. Sie appellieren nicht nur an unser Mitgefühl, sondern auch zu einem entschlossenen Einsatz für die Achtung der Würde jedes Menschen, angefangen bei den Kleinsten und Verletzlichsten wie Kindern", sagte der Erzbischof bei der Mitternachtsmesse in Brüssel.

Die belgischen Bischöfe hatten bereits vor zehn Tagen ihre Entschuldigung und die Forderung nach einer unabhängigen Untersuchung erneuert. Die Zeitung Het Laatste Nieuws hatte die Zwangsadoptionen, die in der letzten Jahrhunderthälfte arrangiert wurden, wieder zur Sprache gebracht.

Bis zu 30.000 Kinder sollen zwischen 1945 und den 1980er Jahren ihren Müttern von der katholischen Kirche entrissen und "verkauft" worden sein. Die Kirche kann oder will diese Zahlen nicht bestätigen.  

Bischof Terlinden hat auch zum "Dialog zwischen den Völkern" in der Weihnachtszeit aufgerufen.

"Weihnachten lädt uns wie jedes Jahr zur Begegnung und zum Dialog zwischen den Völkern ein. Ein so kostbares Gut, das heute durch die schrecklichen Kriege und Konflikte in unserer Welt so hart missbraucht wird. In dieser Weihnachtsnacht sollten wir uns jedoch nicht der Gleichgültigkeit hingeben, nicht die Arme hängen lassen!"  

"Dieser Dialog beginnt übrigens mitten unter uns, in der Begegnung mit unseren Nachbarn und insbesondere mit jenen, die andere religiöse oder philosophische Überzeugungen teilen. Der Frieden wird auch hier aufgebaut", fügte er bei dieser Mitternachtsmesse, der ersten seit seiner Weihe im September letzten Jahres, hinzu.

Der Erzbischof ging schließlich auf die Aufnahme von Migranten ein und zog eine Analogie zur Flucht von Maria und Josef nach Ägypten und der Geburt Jesu Christi in Bethlehem, wie sie im Matthäusevangelium beschrieben wird. 

"Mehr noch, die Migranten unter uns können auch Träger des Segens Gottes für uns sein, indem sie uns diese Nähe zu Jesus und seiner befreienden Frohen Botschaft zeigen. Die Vielfalt unserer Versammlungen in den Kirchen unserer Stadt in dieser Weihnachtsnacht ist ein schönes Beispiel dafür. Schwestern und Brüder aus allen Kontinenten sind heute Zeugen der Gegenwart Jesu. 

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