Die Gemeinderäte von Antwerpen und Borsbeek haben der Fusion ihrer Kommunen zugestimmt. Das hat zur Folge, dass Borsbeek zum 10. Distrikt der Hafenmetropole Antwerpen wird. Allerdings ist diese Fusion in Borsbeek umstritten, weil eine Volksbefragung im September ergeben hatte, dass sich 77 % der Teilnehmer gegen einen solchen Schritt aussprachen. Doch solche Befragungen haben in Belgien keinen bindenden Charakter.
Gemeindefusionen in Flandern: Borsbeek wird der 10. Distrikt in Antwerpen
Antwerpens Bürgermeister Bart De Wever (N-VA) allerdings bedankte sich bei Borsbeek für diesen Schritt: „Ich glaube, dass unser Distriktmodell das beste der beiden Welten hat, nämlich auf der einen Seite den großen Maßstab, den man als Verwaltung nötig hat und auf der anderen Seite die Erhaltung der lokalen Eigenheit.“
Durch diese Fusion erhält Antwerpen von der flämischen Landesregierung einen Zuschuss über 50 Mio. € von denen 4 Mio. € direkt an den neuen Distrikt Borsbeek fließen. Das entspricht etwa 250 € für jeden Einwohner der bisher eigenständigen Gemeinde in der Provinz Antwerpen.
Borsbeek ist ein warmes Dorf und das wird auch als Distrikt von Antwerpen so bleiben. Doch die finanziellen Einschränkungen eines Dorfes verschwinden angesichts dessen, dass man ein Teil einer großen Stadt wird.“
Borsbeeks Bürgermeister Dis Van Bercklaer
Borsbeeks Bürgermeister Dis Van Bercklaer von der lokalen Liste „Idereen Borsbeek“ (etwa „Alle sind Borsbeek“) stimmte für die Fusion: „Borsbeek ist ein warmes Dorf und das wird auch als Distrikt von Antwerpen so bleiben. Doch die finanziellen Einschränkungen eines Dorfes verschwinden angesichts dessen, dass man ein Teil einer großen Stadt wird.“
Die Bürgerinitiative gegen die Fusion will aber weitermachen und erwägt, vor den belgischen Staatsrat zu ziehen oder zum flämischen Landesparlament. Man will sich zudem mit anderen Kommunen zusammentun, die sich gegen Fusionen mit anderen Städten und Gemeinden wenden.
