Die Offshore-Windparks im belgischen Teil der Nordsee sind zum Teil sehr gewinnträchtig, wie aus den aktuellen Zahlen des Rechnungshofes ersichtlich ist. Diese Gewinne fallen aber unterschiedlich aus, was wiederum auf das Alter der Anlagen zurückzuführen ist, wie die flämische Tageszeitung De Standaard in ihrer Dienstagsausgabe meldet.
Die belgischen Offshore-Windkraftanlagen erwirtschaften zum Teil hohe Gewinne
Nach den Berechnungen des Rechnungshofes fallen die erwirtschafteten Gewinne niedriger aus, denn eine solche Windkraftanlage vor der belgischen Nordseeküste schon älter ist. Neuere oder ganz neue Windparks hingegen fahren deutlich höhere Gewinne ein.
Letztendlich stellt der Rechnungshof aber fest, dass alle Offshore-Windparks in der belgischen Nordsee wirtschaftlich rentabel sind. 2021 wurden dort Gewinne von rund 710 Mio. € erzielt und keine der Anlagen, auch wenn sie noch so alt ist, erwirtschaftete rote Zahlen.
Zuschüsse runterfahren
Das Veranlasst den Rechnungshof zu der Empfehlung, die Bezuschussung solcher Anlagen anzupassen, sprich herunterzufahren. Die belgische Bundesregierung hat ihrerseits bereits im laufenden Jahr die Zuschüsse für die jüngsten Offshore-Windkraftanlagen gekürzt bzw. ganz heruntergefahren. Damit konnten 2023 rund 190 Mio. € eingespart werden.
Der Rechnungshof fordert von der staatlichen belgischen Regulierungsbehörde für Energiefragen GREG, dass diese die Entwicklung dieser Gewinne genauer beobachtet und wieder mehr ihre Rolle als „unabhängiges Beratungsorgan bei der Festlegung von Förderung“ einnehmen solle.
Nur 19 neue Windräder auf dem flämischen Festland
Im belgischen Bundesland Flandern sind in diesem Jahr nur 19 neue Windräder montiert worden, die eine Gesamtleistung von 66 Megawatt haben. Dies lässt der Flämische Verband für Windenergie (VWEA) wissen. Das sind deutlich weniger als die 55 Windräder, die im vergangenen Jahr in Flandern errichtet wurden. Der Sektor bleibt allerdings zuversichtlich und dies trotz steigender Investitionskosten. Insgesamt drehen sich in Flandern 689 Windräder, die gemeinsam eine Leistung von 1.809 Megawatt aufweisen.
