Die belgische Bundesregierung lancierte am Montag die Kampagne „Gewalt gegen die Feuerwehr ist nicht zum Lachen“ gegen Angriffe gegen Hilfskräfte im Einsatz. Dabei geht es um verbale und körperliche Gewalt gegen Feuerwehrleute und Notarztteams während diese im Einsatz sind. Das diese Kampagne gerade so kurz vor Weihnachten und Sylvester auf den Weg gebracht wird, ist kein Zufall.
"Gewalt gegen Feuerwehr ist nicht zum Lachen" - Kampagne des belgischen Innenministeriums gegen Angriffe auf Hilfskräfte
Das Problem betrifft sowohl die freiwillige Feuerwehr, als auch die Kollegen der Berufsfeuerwehr und nicht zuletzt auch Notärzte sowie deren Teams. Immer häufiger werden solche Hilfskräfte auch in Belgien bedroht, beschimpft und angegriffen.
Das Phänomen ist nicht neu. Im vergangenen Jahr z.B. wurden bei den Feuerwehren und Notarztteams im Durchschnitt 10 Angriffe pro Woche gemeldet und dies auch teilweise mit roher Gewaltanwendung.
Das geht von aggressiven Opfer und Patienten aus, aber auch von Unbeteiligten, die einfach nur auf Uniformierte losgehen oder auch von Autofahrern, die ihren Weg nicht fortsetzen können, weil manchmal ein Krankenwagen im Einsatz die Straße versperrt.
Feuerwehrleute und andere Einsatzkräfte geben das Beste von sich, um zu helfen und um Menschenleben zu retten.“
Bundesinnenministerin Annelies Verlinden
Auch und gerade in der Neujahrsnacht gibt es zunehmend Angriffe, z.B. mit Feuerwerkskörpern oder durch Betrunkene, wie im vergangenen Jahr in Brüssel, als eine Person beim Sturz von einem Balkon ums Leben kam und der Notarzt für deren Tod verantwortlich gemacht wurde.
Belgiens Innenministerin Annelies Verlinden (CD&V) ruft jeden in unserer Gesellschaft dazu auf, sich hinter die Einsatzkräfte zu stellen, denn diese „geben das Beste von sich, um zu helfen und um Menschenleben zu retten.“ Wenn so viele Menschen wie möglich diesen Aufruf weitergeben, so die flämische Christdemokratin, „dann kommt das mit Herzlichkeit dort an.“
Diese Info- und Sensibilisierungskampagne setzt auf Prävention, doch es liegt auch ein Gesetzesvorschlag im belgischen Bundesparlament und bei der Regierung auf dem Tisch, nach dem Gewalt gegen Hilfskräfte deutlich strenger bestraft werden soll.

