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Inland
Wirtschaft

Belgiens Wirtschaft im zu Ende gehenden Jahr um 1,5 % gewachsen, doch der Haushalt liegt im Argen

Das Wirtschaftswachstum in Belgien lag 2023 bei 1,5 %. Nach Angaben der Belgischen Nationalbank (BNB) schneidet Belgien damit besser ab, als der europäische Durchschnitt. Doch woran liegt das? Warum schneidet die belgische Wirtschaft dieses Jahr recht gut ab? Gleichzeitig ist aber in Belgien der Haushalt in Schieflage geraten und der Schuldenberg wächst.  

Andreas Kockartz
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VRT-Wirtschaftsredakteur Steven Rombaut hat dafür recht einfache Erklärungen: „Das kommt ein Stück weit daher, dass es in Belgien eine automatische Indexierung der Löhne und Gehälter gibt, die diese an die Lebenshaltungskosten koppelt. Das gibt es im Rest von Europa nicht. Dadurch bleibt die Kaufkraft der Belgier auf dem Punkt. Doch auch die Unternehmen tragen zum Wachstum bei, denn sie sind in hohem Maße dabei, zu investieren. Das tun sie oft im Bereich Digitalisierung, weil sie kaum Personal finden.“

Aber, laut der Nationalbank zahlt Belgien dafür einen hohen Preis, denn das Problem unseres Landes ist der aus dem Ruder laufende Haushalt, der dieses Jahr ein Minus von 4,3 % erreichen wird, wie auch Nationalbank-Gouverneur Pierre Wunsch feststellen muss. Bis 2026 steigt die Staatsschuld auf mehr als 106 % des Brutto-Inlandsprodukts. 

Wir bilden mit der Slowakei, Frankreich und Italien eine Gruppe von Ländern, die ihre Staatsfinanzen nicht unter Kontrolle bekommen.“

Nationalbank-Gouverneur Pierre Wunsch

„Unhaltbar“, so Gouverneur Wunsch, „doch die Regierung wird eingreifen. Wenn wir nichts tun, fahren wir gegen die Wand. Alleine, um den Haushalt zu stabilisieren, müssen in den kommenden fünf Jahren 10 Mia. € eingespart werden. Das sind 2 Mia. € pro Jahr.“ Belgien ist eines der wenigen EU-Länder, in denen das Haushaltsloch nicht kleiner wird: „Wir bilden mit der Slowakei, Frankreich und Italien eine Gruppe von Ländern, die ihre Staatsfinanzen nicht unter Kontrolle bekommen.“

Die Belgische Nationalbank ist auch etwas besorgt in Sachen Bauwirtschaft. Hier stagniert die Lage ein wenig und zwar durch die hohen Kosten für Baumaterial und die aktuell hohen Zinssätze bei den entsprechenden Krediten. Und dies ausgerechnet in einer Zeit, in der Neubau und Renovierung wichtiger denn je werden, weil dies auch mit den Klimaschutzzielen zusammenhängt. Und auch in sozialen Wohnungsbau kann der augenblicklichen Nachfrage nicht wirklich entsprochen werden. 

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