Etwas mehr als die Hälfte der belgischen Bürgerinnen und Bürger über 65 Jahren hat in diesem Herbst eine Auffrischungsimpfung gegen Corona erhalten. Das ist weniger als bei früheren Impfkampagnen. Auch in Brüssel und in der Wallonie wurde deutlich weniger geimpft als in Flandern.
Über die Hälfte der über 65-Jährigen hat Corona-Impfung aufgefrischt, Flandern schneidet besser ab als Brüssel und die Wallonie
Seit Beginn der Herbstkampagne vor drei Monaten haben mehr als 1,8 Millionen Belgierinnen und Belgier einen Corona-Booster erhalten. "Laut den Empfehlungen des Hohen Gesundheitsrates liegt der Schwerpunkt auf den über 65-Jährigen", sagt der Vakziologe Pierre Van Damme (Universität Antwerpen).
Das zeigen auch die jüngsten Zahlen des belgischen Gesundheitsamtes Sciensano. Mehr als die Hälfte der über 65-Jährigen hat eine Auffrischungsimpfung erhalten. In der Gruppe der 18- bis 64-Jährigen sinkt diese Zahl auf 1 von 10. Von den Jugendlichen hat weniger als ein Prozent eine weitere Impfung gegen Corona erhalten.
"In Flandern liegen wir bei den über 65-Jährigen bei etwa 65 Prozent", sagt Van Damme (Foto oben): "Bei den über 85-Jährigen steigt diese Zahl sogar noch etwas an. In der Wallonie liegt die Durchimpfungsrate bei den über 65-Jährigen eher bei 30 Prozent.”
Van Damme sieht mehrere Gründe für die niedrigere Impfrate in Brüssel und in der Wallonie, darunter weniger Sensibilisierung, geringeres Vertrauen in die Impfprogramme und eine historisch niedrigeren Impfrate im Vergleich zu Flandern.”
Impfmüde?
Der Prozentsatz der Geimpften ist allerdings niedriger als bei früheren Corona-Boosterkampagnen", sagt Van Damme, der u. a. Impfmüdigkeit oder noch den Vertrieb der Impfstoffe (nicht mehr über große Impfzentren) dafür verantwortlich macht.
Die Zahlen der Grippekampagne deuten nicht unmittelbar auf eine Impfmüdigkeit hin. "Wir haben in Belgien bereits rund 1,8 Millionen Grippeimpfungen durchgeführt, das ist etwa die gleiche Zahl wie 2022. Es gab einen leichten Rückgang gegenüber, sagen wir, 2020. Eine zusätzliche Sensibilisierung ist also notwendig", so Impfspezialist Pierre Van Damme.
Zur Apotheke statt in die Arztpraxis
Etwa 30 Prozent der Corona-Impfungen wurden in den Apotheken verabreicht", sagt der Vakziologe: "Das ist sicherlich ein wichtiger Beitrag. Ab diesem Jahr können sie auch gegen Grippe impfen und die Arbeitsbelastung der Hausärztinnen und -ärzte senken.
"Indem die Apotheken impfen dürfen, erreicht man mehr Menschen und senkt die Hemmschwelle", meint Pierre Van Damme.
Grippevirus noch nicht ausgebrochen
Das Grippevirus ist noch nicht in Belgien ausgebrochen. Deswegen sollte man sich jetzt noch gegen die Grippe impfen lassen”, empfehlen die Gesundheitsbehörden.
