In einem Haus in Herzele hat der Sohn des Hausbesitzers zufällig eine über zweitausend Jahre alte Marmorfriese aus Pompeji entdeckt. Die Friese war seit über 50 Jahren in die Hauswand eingelassen. Der Hausbesitzer hatte sie vor vielen Jahren als Souvenir während einer Reise nach Pompeji gekauft.
Marmorfriese aus Pompeji in einem Haus im ostflämischen Herzele entdeckt
Die Geschichte beginnt in den 1970er Jahren auf einer Reise nach Italien, die Geert Detemmerman mit seinen Eltern unternahm. Nachdem die Familie eine archäologische Stätte in Pompeji besucht hatte, bot ein Mann ihr einen Marmorstein als Souvenir an. Der Vater zahlte einen hohen Betrag in Lire (der damaligen italienischen Währung) und brachte die Friese ahnungslos mit nach Belgien.
In Herzele wurde das Souvenir in eine Marmorwand eingelassen, wo es über 50 Jahre hing, ohne weiter beachtet zu werden. Bis das Haus Anfang dieses Jahres zum Verkauf angeboten wurde und der Sohn sich nach dem Wert des Marmorstücks erkundigte.
Geert Detemmerman setzte sich mit dem Gallo-Römischen Museum in Tongeren in Verbindung, das zwei Archäologen nach Herzele schickte, um sich die Marmorfriese anzuschauen. Beide fielen aus allen Wolken, als sie das Objekt entdeckten.
Bei der Marmorfriese handelt es sich in Wirklichkeit um ein Artefakt aus der Ausgrabungsstätte Pompeji, das über 2000 Jahre alt war. Mehr noch: Das Artefakt war verschwunden und Archäologen aus Pompeji hatten 50 Jahre lang nach ihm gesucht.
Erdbeben von 62 n. Chr.
Der Marmorstein in Herzele stellt eine Szene des Erdbebens von Pompeji im Jahr 62 n. Chr. dar und diente als Flachrelief im Haus eines reichen Bankers im Zentrum von Pompeji. Die Archäologen aus Tongeren wussten, dass eines der beiden Flachreliefs in den 1970er Jahren aus dem Museum in Pompeji gestohlen worden war.
"Wir wissen, wie der Stein damals gestohlen wurde", so Bart Demarsin vom Gallo-Römischen Museum. Er gehört zu den Experten, die die Marmorfriese in Herzele untersucht haben. Demarsin zweifelt nicht an ihrer Echtheit.
Finderlohn?
Unmittelbar nach der Entdeckung begab sich die Kriminalpolizei in Herzeles Haus, um herauszufinden, wie der Stein dorthin gelangt war. Auch der Direktor des Archäologischen Museums in Pompeji wurde über den Fund informiert und wird seinerseits Experten nach Belgien schicken, um den Fund zu begutachten.
Danach wird der Marmorstein wahrscheinlich nach Pompeji zurückkehren. Die Familie Detemmerman hofft auf eine finanzielle Entschädigung, weil sie das Stück so lange aufbewahrt hat: "Die Kriminalpolizei hat uns gesagt, dass wir noch eine Entschädigung bekommen könnten, weil das Kunstwerk schließlich 50 Jahre lang hier gehangen hat, ohne dass ihm etwas zugestoßen ist.”
