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Begünstigung beim Gesundheitsministerium? Abgewiesener Pharmavertrieb Medista führt Beamtin hinters Licht

Der bei einer Ausschreibung abgewiesene belgische Pharmavertrieb Medista hatte eine Privatdetektei angeheuert, um einer Beamtin im belgischen Gesundheitsministerium die Begünstigung eines französischen Konkurrenten nachweisen zu können. Die Opposition fragt sich, wie es so lange dauern konnte, bis der Minister über die Probleme informiert wurde. Der Kabinettschef des belgischen Gesundheitsministers Frank Vandenbroucke (flämische Sozialdemokraten, Vooruit) wusste bereits einen Monat vor seinem Minister von den Vorwürfen.

Martina Luxen Belga
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Aus einer Zeitleiste, die Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Foto oben) im Parlament vorlegte, geht hervor, dass er selbst am Donnerstag, dem 7. Dezember, darüber informiert wurde, dass eine Beamtin seines Ministeriums von einer israelischen Firma für Wirtschaftsspionage hereingelegt worden war.

"Sowohl von dem Brief an die Privatadresse der Beamtin (...) als von den Videos habe ich erst am Donnerstag erfahren, nicht vorher", sagte Vandenbroucke im Gesundheitsausschuss.

Private Wirtschaftsdetektei eingesetzt

Das belgische Unternehmen Medista setzt die Regierung unter Druck, weil es glaubt, die Ausschreibung für die Lagerung und Verteilung von medizinischem Material während der Corona-Krise zu Unrecht verloren zu haben. Normalerweise lief dieser Vertrag bis 2025, aber bereits im September 2021 veröffentlichte die Regierung eine neue Ausschreibung. Den Zuschlag erhielten die französischen multinationalen Unternehmen Movianto und Raes Logistics.

Medista vermutet Unregelmäßigkeiten und Bestechung einer Beamtin des Volksgesundheitsministeriums, die geholfen haben soll, Movianto den Auftrag zu verschaffen. Medista heuert daraufhin eine private Detektei an, die eine Bewerbung beim Ministerium vortäuschte.

Das Bewerbungsgespräch mit der Beamtin des Ministeriums wurde heimlich gefilmt und die Aufnahmen der Zeitung Het Laatste Nieuws zugespielt.

HLN veröffentlichte das Material am 7. Dezember, dem Tag, an dem Minister Vandenbroucke nach eigenen Angaben von seinem Kabinettschef informiert wurde.

Movianto reagierte auf die Kontroverse und erklärte, es sei "empört" über "die sehr aggressiven und inakzeptablen Praktiken von Medista, darunter Hinterlist, unerlaubtes Filmen, Verbreitung von Gerüchten und falschen Angaben sowie Druck, um hohe Geldsummen zu erhalten.

"Wir sind davon überzeugt, dass wir alle Bedingungen des Ausschreibungsverfahrens eingehalten haben, und wir haben auf eigene Initiative ein externes Audit bei einer renommierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Auftrag gegeben. Diese bestätigt, dass wir alle Verfahren vollständig eingehalten und keine Verstöße gegen die für öffentliche Ausschreibungen geltenden Vorschriften begangen haben. Der Inhalt der von Medista an die Presse weitergegebenen Videos wurde im Rahmen dieses Verfahrens analysiert und war Teil der Untersuchung.

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