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Liedtsplein: Knotenpunkt mehrerer Tramlinien zwischen Bahnhof Brüssel-Nord und Schaarbeek

Metro 3 fährt erst ab etwa 2034 - Wie will Brüssel sein Nahverkehrsproblem im Nordosten der Stadt lösen?

Nach allen Unbilden an verschiedenen Baustellen muss die Brüsseler Regionalregierung einräumen, dass sie ein Problem mit der neuen Metrolinie 3 hat. Hier geht man inzwischen davon aus, dass die Metro 3 nicht vor 2034 zum Einsatz kommen wird. Das bedeutet aber, dass die in etwa entlang der geplanten Route der neuen Metro verlaufende Straßenbahnlinie 55 von Rogier und Nordbahnhof nach Bordet an den Rand der Überlastung kommt. Wie man die 10 Jahre Verzögerung überbrücken will, wird geplant, doch die neue Metrolinie wird nicht abgeschrieben, meldet die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ dazu.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Die regionale Verkehrsbehörde „Brüssel Mobilität“ und die Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB haben der Politik ein Arbeitspapier zukommen lassen, in dem 13 verschiedene überirdische überbrückende Optionen beschrieben werden. Grundsätzlich gehen die Behörde und die ÖPNV-Gesellschaft davon aus, dass die Metrolinie 3 bis etwa 2034 kommen wird, doch die Brüsseler Regionalregierung geht davon aus, dass es wohl noch länger dauern wird, bis U-Bahn-Züge von Brüssel-Nord aus nach Bordet fahren werden.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Kann ein Ausbau der Tramlinie 4 für Entspannung sorgen?

Das längerfristige Ausbleiben der Metrolinie setzt allerdings die Tramlinie 55 gehörig unter Druck. Sowohl die Fahrgastzahlen besonders auf Ebene der Gemeinde Schaarbeek steigen stetig und die Straßenbahnen haben es zunehmend schwerer, sich durch den Autoverkehr zu bahnen. Diese Linie hat keine eigene Bettung und muss sich fast überall die Straße mit dem Autoverkehr teilen. Die Folge sind sehr häufige Verspätungen, die den Fahrplan der Linie 55 zur Makulatur machen.

Umfangreiche Vorschläge

Die Mobilitätsbehörde und die Verkehrsgesellschaft wollen den drohenden Problemen mit insgesamt 13 Ideen zuvorkommen. Es sollen auf der Linie 55 größere bzw. längere Straßenbahnzüge zum Einsatz kommen, es soll zu Fusionen zwischen verschiedenen Tram- und/oder Buslinien kommen, neue Haltestellen und Endstationen könnten helfen, zusätzliche Buslinien sind in Planung und nicht zuletzt will man auf einen weiteren Ausbau der Radwegenetze in der betroffenen nördlichen Brüsseler Region kommen.

Die Bandbreite der Auswirkungen geht weit auseinander. Einige Vorschläge sind durchaus einfach technisch umzusetzen, während andere für eine Übergangszeit von 10 Jahren (oder mehr) zu teuer sind. Aber wenn denn die Metrolinie 3 einmal da ist, kommt es sowieso zu umfassenden Anpassungen im MIVB-Bus- und Straßenbahnnetz. Hierauf könnte man antizipieren. 

Zu teuer? Unmöglich?

Eine neue Tramlinie, die zwischen dem Haachtsesteenweg und Bordet in etwa parallel zur Linie 55 verlaufen könnte, wurde mit Kosten von rund 7,3 Mio. € zu Buche schlagen (ohne Fahrzeugmaterial und Funktionskosten). Und vor 2032 wäre diese Linie ebenfalls nicht fertig.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Tram 4 im Brüsseler Nordbahnhof

Weitere Ideen sind, die Tramlinie durch Busse zu ergänzen oder die Fusion der Straßenbahnlinien 4 (Stalle - Brüssel Nord, Foto oben) mit der 55er Linie. Das würde bedeuten, dass es wieder zu einer durchgehenden Tramlinie zwischen Ukkel und Schaarbeek kommen könnte, wie sie vor 2008 bestanden hatte, bevor sie in Brüssel Nord damals gekappt wurde. Hiervon hält die MIVB nichts, denn die Probleme des Durchkommens der 55 durch den Autoverkehr würde bei einer Fusion nur auf die Linie 4 übertragen.

Parkplätze streichen? Mehr Radwege?

Das Arbeitspapier zur Lösung der Probleme auf der Tramlinie 55 schlägt auch recht günstige Maßnahmen vor, wie z.B. eine Verbesserung der Ampelschaltungen an Kreuzungen zum Vorteil der Straßenbahn. Man könnte in den Problemgebieten z.B. in Schaarbeek die Verkehrsplanung anpassen, in dem unter anderem Parkplätze am Straßenrand gestrichen werden. Das wäre eine Möglichkeit, so die Verkehrsplaner, am Helmetsesteenweg, einer vielbefahrenen Geschäfts- und Einkaufsstraße. Doch dies ist nach Ansicht von Fachleuten keine ausreichende Alternative.

Umfangreichere Maßnahmen würde eine Einrichtung von deutlicheren Radwegen und Busspuren z.B. am vielbefahrenen Haachtsesteenweg (Foto unten) erfordern, womit man aber auch das Radwegenetz in Nordosten der belgischen Hauptstadt verstärken würde. Zusammen mit den Radwegen entlang der S-Bahn-Linien 26 und 36 der belgischen Eisenbahn NMBS/SNCB könnten in dieser Gegend bis zu 1.000 Fahrräder pro Stunde durchgeschleust werden, falls denn ÖPNV-Nutzer von Bussen und Bahnen auf das Rad umsteigen würden. 

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