Das Gericht in Oudenaarde hat alle Angeklagten freigesprochen, die verdächtigt wurden, eine private Miliz bilden zu wollen. Auch der Anführer Tomas Boutens wurde freigesprochen. Allerdings wurde eine Person zu einer Geldstrafe von 800 Euro verurteilt, weil sie Pfefferspray mit sich führte.
Armbrüste und Hitler-Bilder: Alle Angeklagten vom Vorwurf der Bildung einer privaten Miliz freigesprochen
Vor drei Jahren hatte die Polizei wegen eines illegalen Treffens ein Haus in Viane, in Geraardsbergen (Provinz Ostflandern), gestürmt. Damals wütete die Corona-Pandemie noch in vollem Umfang und solche Versammlungen waren strenge verboten. In dem Haus fand die Polizei auch mehrere Waffen, darunter acht Armbrüste. Außerdem wurden mehrere Hakenkreuze, Bilder von Hitler und durchbohrte Zielscheiben entdeckt.
Dies reichte der Staatsanwaltschaft, um für die 17 Angeklagten Haftstrafen zwischen 6 und 26 Monaten und Geldstrafen zwischen 800 und 4.000 Euro wegen Bildung einer privaten Miliz und des Mitführens verbotener Waffen zu fordern. Dem Anführer Tomas Boutens droht die schwerste Strafe. Er ist kein Unbekannter der Justiz. Der ehemalige Soldat wurde bereits vor einigen Jahren als Anführer der Neonazi-Gruppe Blut-Boden-Ehre und Treue verurteilt.
Das Gericht entschied nun aber, dass die Fakten nicht bewiesen seien, und sprach alle Angeklagten wegen Bildung einer privaten Miliz frei. Eine Person wird jedoch wegen verbotenen Waffenbesitzes zu einer Geldstrafe von 800 Euro verurteilt; sie hatte Pfefferspray bei sich. Die Hälfte der Geldstrafe wird zur Bewährung ausgesetzt.
