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Erpe-Mere in Ostflandern: 350 deutsche Granaten aus dem Ersten Weltkrieg entdeckt

Auf einer Baustelle in Erpe-Mere in der Provinz Ostflandern sind bei Bauarbeiten für ein neues Wohnprojekt rund 350 Granaten aus dem Ersten Weltkrieg entdeckt worden. Offenbar handelt es sich bei dem Fundort um ein Munitionslager der deutschen Truppen. Dies ist mengenmäßig der größte Sprengkörperfund in dieser Gegend.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Der Kampfmittel-Räumdienst der belgischen Armee, DOVO, ist seit Mittwoch dabei, die deutschen Granaten zu bergen. Rund 350 dieser Sprengkörper wurden bisher geborgen. Die Bauarbeiten an diesem neuen Wohnprojekt in Erpe-Mere können aber vorläufig nicht wieder aufgenommen werden, da DOVO erst noch das gesamte Gelände nach Weltkriegs-Granaten absuchen muss.

„Wir haben DOVO sofort kontaktiert, nachdem die Bauarbeiter die ersten Granaten entdeckt haben und sie sind sofort gekommen. Ich habe eine bürgermeisterliche Verfügung erlassen, um die Bauarbeiten stillzulegen. Auch die Straße wurde gesperrt. Aus weiteren Ausgrabungen wurden bereits über 300 Granaten ans Tageslicht geführt“, so Tom Van Keymolen (CD&V), der Bürgermeister von Erpe-Mere am Mittwoch gegenüber VRT NWS.

Inzwischen wurden weitere Granaten gehoben. Derzeit dürfen lediglich die Kampfmittelräumer von DOVO und die Mitarbeiter der Spezialfirma BOM-BE, die für DOVO arbeiten, das Gelände betreten. Laut dem Bürgermeister mussten einige neue Fundamente aufgebrochen werden, weil darunter weitere Granaten entdeckt wurden. 

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Ein Stück vergessene aber gefährliche Geschichte des Ersten Weltkriegs

„Dies ist ein Stück vergessener Erster Weltkrieg“, so Cynrik De Decker von der Spezialfirma BOM-BE Sprengkörpersuche gegenüber VRT NWS: „Die Deutschen sind am 11. November 1918 nach Hause gegangen, genau zu dem Augenblick, als die Briten in Richtung Brüssel vorstoßen wollten. Die Deutschen hatten Vorsorgemaßnahmen getroffen, um weiter Krieg zu führen.“

Für De Decker ist es das erste Mal, dass er in dieser Gegend, in Erpe-Mere in Ostflandern in der Nähe von Aalst, eine so große Menge Granaten aus dem Ersten Weltkrieg räumen muss: „In den 15 Jahren, in denen ich diesen Job mache, habe ich in dieser Gegend noch nie so viel Kriegsmunition gefunden. Wenn wir in Westflandern graben, finden wir jeden Tag hundert Kilo Munition, doch hier ist das sehr außergewöhnlich.“

Am Mittwochabend war noch nicht sicher, ob alle Granaten, die die Deutschen dort gelagert haben, gefunden werden konnten. „Es besteht die Möglichkeit, dass auf unkontrolliertem Gelände noch weitere Granaten gefunden werden“, so der beunruhigte Bürgermeister von Erpe-Mere. 

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