Der Westen im Allgemeinen und Belgien im Besonderen müssen dringend im Bereich Verteidigung einen Zahl zulegen. Dieser Ansicht ist General a.D. Marc Thys (Foto). Thys sagte am Dienstagabend in der VRT-Talkrunde „De afspraak“ („Die Verabredung“), dass ein eklatanter Mangel an Munition Belgien bei Ausbruch eines Krieges in Bedrängnis bringen würde, „denn dann müssen wir schon nach ein paar Stunden mit Steinen schmeißen.“
Belgischer General a.D.: "Wenn hier ein Krieg ausbricht, dann müssen wir schon nach ein paar Stunden mit Steinen schmeißen"
Dass die Front in der Ukraine aktuell festsitze, sei auch eine schlechte Nachricht für den Westen, so der General im Ruhestand, Marc Thys gegenüber „De afspraak“ am Dienstagabend: „Wenn die Ukraine keine deutliche Unterstützung von Europa und den Vereinigten Staaten bekommt, geraten wir in eine schlechte Position. Russland hat inzwischen zusätzliche 150.000 Soldaten mobilisiert und die Wirtschaft ist dort seit Jahren auf den Krieg ausgerichtet.“
Hinzu komme, so Thys, dass Polen der Ansicht ist, dass der Krieg nicht in der Ukraine bleiben werde. Die NATO habe lediglich nur rund 3 Jahre Zeit, sich auf einen Angriff Russland vorzubereiten. Darum müssen sich Europa und der Westen auf Ebene der Verteidigung dringend darauf vorbereiten.
Dazu gehöre auch, den Mangel an Munition zu beseitigen, denn die Reserven der belgischen Armee würden nur für ein paar Stunden reichen: „Ich hatte 15 Mio. € pro Jahr für Munition. Inzwischen sind daraus 15 Mio. € geworden. Wenn wir aber zwischen 30 und 60 Tagen durchhalten sollen, brauchen wir 5 bis 7 Mia. € pro Jahr.“
Nicht nur auf die Ukraine schauen
General a.D. Thys glaubt, dass man sich nicht nur auf die Ukraine konzentrieren solle: „In der Sahel-Zone haben die Russen die westlichen Länder rausgeworfen. Russland und China haben eine bestimmte Vision der Weltordnung und diese wird nicht von Europa oder den USA geleitet…“
Nicht zuletzt warnt der ehemalige belgische General auch vor „bestimmten Kräften“, die im Westen aktiv sind. Er will zwar nicht soweit gehen, um von einer „5. Kolonne“ zu sprechen, doch man müsse wachsam sein: „Es ist bewiesen, dass Marine Le Pen in Frankreich durch Russland unterstützt wurde. Und wenn man dann sieht, wie bestimmte Parteien Syrien und Russland besuchen… Einige Leute begreifen nicht, aus welcher Ecke sie unterstützt werden.“
Thys geht sogar noch weiter: „Unser militärischer Sicherheitsdienst ADIV und die Staatssicherheit sagen, dass wir vor Einmischung in die Wahlen aufpassen müssen. Wir sollten da nicht zu naiv sein!“
