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Das AKW Doel bei Antwerpen
Inland
Politik

Setzt Belgien weiter auf Kernkraft? Laufzeitverlängerung für bestimmte Meiler im Gespräch

Belgiens Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) möchte eine Laufzeitverlängerung für die beiden Meiler Doel 4 und Tihange 3 ins Gespräch bringen. Bisher wurde vereinbart, dass diese Meiler in den AKW in Doel bei Antwerpen und in Tihange bei Huy in der Provinz Lüttich 10 Jahre länger am Netz bleiben sollen. Doch De Croo will diese Reaktoren 20 Jahre länger am Netz belassen.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die dadurch ausgelöste Energiekrise hat in Belgien den Ausstieg aus dem Atomausstieg ermöglicht, damit in unserem Land langfristig für Energiesicherheit gesorgt werden kann. Dass man im Zuge des Atomausstiegs übergangsweise daran gedacht hat, befristet wieder auf Gaskraftwerke zu setzen, erwies sich angesichts des Ukrainekrieges als problematisch.

Als die Russen Europa den Gashahn zudrehten, kam die Kernkraft wieder ins Spiel und sogar die Grünen in Belgien konnten nicht umhin, einer wiederum befristeten Verlängerung der Atomkraft zuzustimmen.  

Doch Premier De Croo ist der Ansicht, dass eine Laufzeitverlängerung um 10 Jahre für die Meiler Doel 4 und Tihange 3 nicht reichen wird, um in Belgien die Energiewende weg von Atomkraft und fossilen Energiequellen zu vollziehen. Deshalb plädierte der flämische Liberale vor Untenehmen beim „European Business Summit“ in Brüssel und gegenüber der flämischen Tageszeitung De Standaard dafür, diese beiden Meiler 20 Jahre länger am Netz zu lassen.

Doch damit nicht genug. De Croo kann sich sogar vorstellen, de Meiler Tihange 1 länger zu nutzen. Allerdings gab er auch zu verstehen, dass dies Sache der neuen Bundesregierung sei, denn in Belgien wird im kommenden Jahr ein neues Parlament gewählt und damit auch eine neue Regierung.

Inzwischen stehen die Verhandlungen zum Weiterbetrieb von Doel 4 und Tihange 3 mit Kraftwerksbetreiber vor dem Abschluss. Die 4 weiteren Meiler in den beiden belgischen AKW sollen aber wie geplant abgeschaltet werden oder bleiben, denn, so De Croo, es sei aus sicherheitstechnischen Gründen nicht mehr vertretbar, diese Reaktoren weiter zu nutzen. 

Das AKW Tihange in Huy bei Lüttich

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