Idit Rozenzweig-Abu (Foto) rechtfertigte am Mittwochabend gegenüber VRT NWS einen Eintrag auf X (früher Twitter), nach dem freigelassene israelische Geiseln nicht mit freigelassenen palästinensischen Gefangenen verglichen werden können. Sie reagierte damit auf eine Fotoserie in der flämischen Tageszeitung De Morgen, die Kinder und Eltern zeigen, die ihre freigelassenen Angehörigen in die Arme schließen.
Israels Botschafterin in Belgien will freigelassene israelische Geiseln nicht mit freigelassenen Palästinensern vergleichen lassen
De Morgen hatte dieser Fotoserie den Titel „Es ist immer jemandes Vater oder Kind“ gegeben, ein Titel, der an ein Stück des flämischen Liedermachers Willem Vermandere erinnern soll. Doch die israelische Botschafterin in Brüssel, Idit Rozenzweig-Abu, beschwerte sich über den Kurznachrichtendienst X über ein Bild, dass einen Vater zeigt, der ein Kopftuch und eine Fahne mit Hamas-Symbolik trägt.
Dabei schrieb sie, dass auch (der verurteilte Kinderschänder und Kindermörder) Marc Dutroux jemands Kind und Vater sei. Doch nach scharfer Kritik von Seiten Belgiens Außenministerin Hadja Lahbib (MR) und des belgischen Justizministers Paul Van Tigchelt (Open VLD) ersetzte Rozenzweig-Abu Dutroux durch den islamistischen Salah Abdeslam (einer der der verurteilten Haupttäter der Terroranschläge auf Brüssel im März 2016).
Gegenüber VRT NWS sagte die israelische Botschafterin: „Es tut mir leid, dass ich Marc Dutroux genannt habe. Ich habe dessen symbolischen Status in Belgien nicht verstanden. Aber ich finde, dass Salah Abdeslam ein Terrorist ist und auch alle Hamas-Mitglieder sind Terroristen.“
Schwierige Diplomatie
Zwischen Belgien und Israel hat es seit dem brutalen Angriff der Hamas auf Israel und den heftigen militärischen Reaktionen der Israelis auf die palästinensischen Gebiete bereits einige diplomatische Zwischenfälle gegeben. So zeigte sich Israel verstimmt darüber, dass Belgiens Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) bei seinem Besuch in den Konfliktgebieten gemeinsam mit seinem spanischen Amtskollegen Pedro Sanchez (PSOE) schneller Hilfslieferungen für die Zivilbevölkerung in Gaza und ein Ende der „wahllosen Tötung von Zivilisten“ gefordert hatte. Darüber, dass Belgien nicht bedingungslos hinter Israel steht, hatte auch das ZDF berichtet.
