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Flanderns Baumeister sprechen sich gegen den Umbau des Antwerpener Boerentorens aus

Der aktuelle flämische Baumeister Erik Wieërs und seine vier Vorgänger haben sich gegen die Modernisierungspläne von Geschäftsmann und Kulturmäzen Fernand Huts ausgesprochen, mit denen dieser den Boerentoren in Antwerpen (Foto) umbauen möchte. Huts erwarb diesen ikonischen Turm in der flämischen Hafenmetropole und beauftragte den renommierten US-Architekten Daniel Libeskind damit, Pläne vorzulegen. Diese aber kommen bei den Fachleuten in Flandern nicht wirklich gut an.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Daniel Libeskind stellte vor etwa einem Jahr seine Pläne für den Boerentoren vor, auf dem er eine gläserne Konstruktion in Form eines Diamanten anbringen will. Doch die flämischen Baumeister, sowohl der aktuelle, als auch dessen Vorgänger, halten davon gar nichts. Ganz im Gegenteil. 

Sie reagieren mit ihrer Ablehnung auf einen Kommentar des flämischen Architekturhistorikers Francis Strauven in der Tageszeitung De Standaard.

Der aktuelle flämische Baumeister Erik Wieërs sagte dazu gegenüber VRT NWS: „Der Boerentoren ist eine statische Ikone, die sich an ihrer Umgebung orientiert. Es ist nicht nötig, darüber eine zeitgenössische Soße zu gießen. Wir finden es schade, dass er nicht in seiner Würde bestehen bleiben kann. Es gibt viele Leute, die dies aus der Idee des Spektakels heraus interessant finden. Doch ich glaube, dass das keine nachhaltige Lösung ist.“ 

Der Boerentoren wird mit diesen spektakulären Hinzufügungen lächerlich gemacht. Man misst ihm eine andere Gestalt an und vernichtet damit seine ursprüngliche Bedeutung. Das ist völlig unannehmbar.“

Erik Wieërs, flämischer Baumeister

Der Umbau des Boerentorens ist eine private Initiative des Besitzers, dem Geschäftsmann und Kulturmäzen Fernand Huts. Die Behörden haben also hier kaum Mitspracherecht oder gar Einfluss. 

Und doch soll das Projekt bezuschusst werden, was Baumeister Erik Wieërs ebenfalls seltsam findet: „Die flämische Regierung bezuschusst ein Kulturerbe-Projekt. In dem Sinne sind wir als Gemeinschaft besorgt und es ist relevant, dass wir dazu etwas sagen.“

Mit ihm oder mit seinen Kollegen sei bisher nicht über das Projekt gesprochen worden. Erik Wieërs hätte die Pläne von Libeskind ohnehin verworfen: „Der Boerentoren wird mit diesen spektakulären Hinzufügungen lächerlich gemacht. Man misst ihm eine andere Gestalt an und vernichtet damit seine ursprüngliche Bedeutung. Das ist völlig unannehmbar.“ Er sieht absolut keinen Mehrwert in den Plänen von Huts und Libeskind… 

So sieht der Boerentoren (noch) aus

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