Nach einer Meldung der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd hat Flandern einen Rahmenvertrag mit drei Baukonsortien vereinbart, der vorsieht, dass das Land günstige Kredite in Höhe von 1,04 Mia. € für den Bau von Sozialwohnungen vergibt. Auch im belgischen Bundesland Flandern ist der akute Mangel an Sozialwohnungen ein Thema, dass aus den Schlagzeilen nicht wegzudenken ist.
Nach Angaben von Flanderns Landewohnungsbauminister Matthias Diependaele (N-VA) belief sich die Warteliste für eine Sozialwohnung im vergangenen Jahr auf rund 176.000 Anträge. Allerdings ist diese Zahl die niedrigste in diesem Bereich in Flandern seit 2011. Diependaele führt dies auf die laufenden Maßnahmen zurück, mit denen dieser Rückstand abgebaut werden soll, wie z.B. die Reform der Wohnungsgesellschaften der öffentlichen Hand.
Genau hier soll der Rahmenvertrag greifen, der zwischen der Regierungsagentur für Wohnen in Flandern und drei privatwirtschaftlichen Baukonsortien abgeschlossen wurde. Hier geht es um den Neubau von Sozialwohnungen, um den Bau von Notwohnungen oder -unterkünften sowie um die Aufnahme von Obdach- und Wohnungslosen.
Über die Vertragsbedingungen können die Wohnungsgesellschaften oder die lokalen Behörden in Städten und Gemeinden für neue Projekte unter den drei Konsortien einen Wettbewerb initiieren, über den sich herausstellen soll, welche Unternehmensgruppe einen Zuschlag bekommt. Damit wird die gesetzliche Pflicht im Sinne von öffentlichen Ausschreibungen in Belgien entsprochen.
Finanzierung in vier Scheiben
Aus dem Kabinett von Flanderns Wohnungsbauminister Diependaele verlautete dazu, dass pro Jahr maximal 260 Mio. € ausgeschüttet werden und dies innerhalb der kommenden vier Jahre. Insgesamt beläuft sich das Projekt demnach auf 1,04 Mia. €. Dieses Geld wird als Kredit an die Wohnungsbaugesellschaften oder an die jeweiligen Kommunen vergeben. Diese Kredite werden zu marktkonformen Bedingungen und einem Zinssatz von 1 % auf 33 Jahre festgelegt.
Primär setzt das Vorhaben auf modulares Bauen, als auf die Nutzung von vorgefertigten Bauteilen für den Wohnungsbau, was die entsprechenden Unterfangen neben Erleichterungen bei den Genehmigungsverfahren auch bautechnisch beschleunigen soll. Geplant sind mindestens etwa 6.000 Wohnungen mit jeweils zwei Schlafzimmern.
Die 3 Baukonsortien:
Das Bauunternehmen Dethier aus der Provinz Limburg gemeinsam mit Machels Building Solutions und den Architekturbüro B+;
Die „Häuserfabrik“ Skilpod aus Geel in der Provinz Antwerpen gemeinsam mit der Baugruppe Van Roey und den Büros AHArchitects und B-architekten;
CIT Blaton aus Brüssel gemeinsam mit den Entwurf- und Architekturbüros Aché Terra und Sweco.
Diese müssen sich jetzt auf die Suche nach geeigneten Fachkräften für diese Bauprojekte machen, sehen dies aber nicht als Problem an, da viele Bauteile in Fabriken vorgefertigt werden, wie die Planungen der flämischen Landesregierung vorsehen.
