Demnächst sollen unbemannte Blitzer und Streckenkontrollen auch in Fahrradstraßen erlaubt sein, um Raser zu blitzen. Das hat die flämische Regierung beschlossen, schreibt die Tageszeitung ‚Het Nieuwsblad‘ in ihrer Montagsausgabe. In einer solchen Radfahrerzone dürfen Autofahrer nicht schneller als 30 Stundenkilometer fahren und Radfahrer auch nicht überholen. Speedpedelecs – schnelle Elektrofahrräder mit Pedalunterstützung bis 45 Kilometer pro Stunde - können auch geblitzt werden, wenn sie schneller als 30 Kilometer pro Stunde durch eine solche Fahrradstraße fahren.
Unbemannte Radarfallen in Fahrradstraßen: Auch Speedpedelecs können dort geblitzt werden
In mehreren Städten wurden in den letzten Jahren zahlreiche Fahrradstraßen eingerichtet. Dabei handelt es sich um Straßen, in denen Radfahrer Vorfahrt haben. Der motorisierte Verkehr (Autos, Mopeds, Speedpedelecs) darf dort zwar fahren, aber nicht schneller als 30 Kilometer pro Stunde. Auch das Überholen von Radfahrern ist nicht erlaubt.
Die Kontrolle von Geschwindigkeitssündern in Fahrradzonen ist jedoch schwierig, da Verstöße dort nur von Beamten vor Ort festgestellt werden können. Die flämische Regierung hat nun beschlossen, dass unbemannte Blitzer oder Streckenkontrollen in Fahrradstraßen erlaubt sein sollen. "Auf diese Weise geben wir den Gemeinden und Polizeizonen mehr und bessere Möglichkeiten, die Geschwindigkeitsbegrenzung in Fahrradzonen effizient durchzusetzen", sagt Mobilitätsministerin Lydia Peeters (Open VLD, flämische Liberale).
Dies ist nicht nur für Auto- und Mopedfahrer wichtig, sondern auch für Fahrer von Speedpedelecs. Auch sie können geblitzt werden, wenn sie schneller als 30 Kilometer pro Stunde fahren.
Flämische Verkehrsstiftung: "Nicht mehr als logisch"
"Es ist nur logisch, dass es auch unbemannte Blitzer und Streckenkontrollen in Fahrradstraßen geben wird", findet Werner De Dobbeleer, Sprecher der Flämischen Stiftung für Verkehrskunde. "Wenn eine kommunale Behörde feststellt, dass es in einer solchen Verkehrszone viele Verstöße gibt, kann sie beschließen, Maßnahmen zu ergreifen, um diese Zone sicherer zu machen und Radarkontrollen zu installieren."
Die Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten für alle Verkehrsteilnehmer, betont De Dobbeleer, "für Autofahrer, Mopedfahrer, aber auch für Fahrer von Speedpedelecs. Ich weiß nicht, ob es viele Verstöße durch Speedpedelecs in diesen Fahrradstraßen gibt, aber die Kontrollen sind für alle da."
Die Flämische Stiftung für Verkehrskunde bietet Schulungen zum sicheren Fahren eines Speedpedelecs an, vor allem in Unternehmen, die dieses Verkehrsmittel im Berufsverkehr einsetzen. "Wir sehen die Ergebnisse dieser Maßnahmen. In diesen Unternehmen geht die Zahl der Unfälle mit Speedpedelecs zurück." Mit einer solchen Schulung sollen Speedpedelec-Fahrer sich der Risiken bewusst werden und lernen Rücksicht auf die schwächeren Verkehrsteilnehmer (Fußgänger, langsamere Radfahrer) zu nehmen.
Radfahrerbund: " Seht Speedpedelecs nicht als Problem"
Der Radfahrerbund befürwortet unbemannte Blitzer und Streckenkontrollen. "Wir stellen jetzt oft fest, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung in Fahrradstraßen kaum kontrolliert wird", so Sprecher Wies Callens gegenüber VRT NWS.
"Wie viele Verstöße es durch Blitzer gibt, ist schwer zu ermitteln. Viele Radfahrer haben die Erfahrung gemacht, dass sie in einer Fahrradstraße von einem Speedpedelec überholt wurden. Das ist erlaubt, solange sich das Speedpedelec an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Kilometern pro Stunde hält."
Callens warnt jedoch davor, Speedpedelecs als Problem zu sehen. "Ein Speedpedelec ersetzt ein Auto im Verkehr, das ist eine Lösung für das Mobilitätsproblem."
