Der 55-jährigen Belgier Kris Minne aus der flämischen Stadt Mechelen (Provinz Antwerpen), der sich allein auf einer Karwendeldurchquerung befand, musste Anfang November drei Tage und Nächte bei Nässe, Schnee und Kälte in einem Seitental des Inntals ausharren. Er hatte sich im Nebel verirrt, sein Bruder verständigte schließlich von Belgien aus die Tiroler Behörden.
Im Karwendelgebirge geretteter Flame bedankt sich mit Geldspende und Brief bei Tiroler Bergrettern
Bei widrigsten Verhältnissen suchten die Tiroler Bergrettung in der Nacht auf 6. November nach dem Juristen, am Morgen wurde er von einem Polizeihubschrauber gefunden. Der flog den stark unterkühlten und am Fuß verletzten, erfahrenen Alpinisten ins Krankenhaus Schwaz.
„Es ist mir mehrmals bestätigt worden, dass ich ohne euren Einsatz mit großer Sicherheit jetzt nicht mehr am Leben wäre“, so Kris Minne in einem emotionalen Dankesbrief an seine (Berg)Retter. „Nach elf Tagen bester Betreuung konnte ich das Spital verlassen. Es geht mir inzwischen recht gut. Ich werde nie vergessen, dass so viele sich so viel Mühe gegeben haben, um mich, einen unbekannten, Not leidenden Belgier zu retten.“
Kris Minne hat sich inzwischen zum Förderer der Tiroler Bergrettung „auf Lebenszeit“ gemacht und sein Versprechen gehalten, das er Einsatzleiter Fred Wallenta schon im Krankenhaus gab: Der Belgier überwies eine großzügige Spende. „Sie ist ein Symbol für meine Dankbarkeit, die nicht in Ziffern zu fassen ist“, schreibt er. Und: „Ich werde euch nie vergessen!“
Das werden wohl auch die engagierten Bergretter nicht. „Es war ein wirklich tolles und gewaltiges Erlebnis, dass sich Kris Minne auf diese Weise bei uns bedankte. Das erleben wir leider nicht oft“, sagt Ortsstellenleiter Fred Wallenta. (Quelle: Zoom Tirol)
