Zum Hauptinhalt springen

Die dritte Generation der Migranten unterscheidet sich kaum noch von den heutigen Flamen

Flamen mit Migrationshintergrund, von denen beide Elternteile in Belgien zur Welt gekommen sind, unterscheiden sich kaum noch von den Flamen mit belgischen Roots. Dies ist aus einer alle vier Jahre durchgeführten Befragung unter den verschiedenen Herkunftsgemeinschaften des flämischen Landesministeriums für Integration und Einwanderung ersichtlich. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Dazu wurden flämische Einwohner belgischer, marokkanischer, türkischer, polnischer, rumänische, afghanischer und kongolesischer Herkunft zu ihren Befindlichkeiten und zu verschiedenen gesellschaftlichen Themen befragt.

Vor allem auf Ebene von Arbeit und Einkommen sowie in Sachen Sprachenkenntnis, also des Niederländischen, ist die dritte Generation weit besser dran, als ihre Eltern und Großeltern. Der Arbeitsgrad dieser dritten Einwanderergeneration liegt etwa genauso hoch, wie bei den Flamen mit belgischen Wurzeln.

Und nur ein Bruchteil dieser jüngsten Generation von Flamen mit Migrationshintergrund lebt von der Sozialhilfe, nämlich gerade einmal 0,6 %. Das ist ein deutlicher Unterschied zu den 5,4 % der Einwanderer der ersten Generation von Migranten aus Ländern, die nicht zur Europäischen Union gehören.

Flamen der dritten Einwanderergeneration haben auch nur noch selten Freunde und Bekannte ausschließlich aus ihrem eigenen Herkunftsland, sondern immer mehr auch aus anderen Ländern oder aus Flandern selbst, so diese Umfrage. 

Glaube und Religion

Inzwischen stellen die meisten der jüngsten Einwanderergeneration auch nicht mehr unbedingt ihren Glauben über die hiesige Gesetzgebung. Eine Mehrheit der Befragten gab an, nicht gläubig zu sein oder liberal bzw. freisinnig. Etwa ein Viertel der Befragten gaben an, Moslem zu sein und ein Fünftel ist christlich. Von der dritten Generation Einwanderer aus Ländern der EU geben übrigens rund 40 % an, christlich zu sein.

Etwas genauer hingeschaut, fällt wohl auf, dass etwa jede fünfte aus Rumänien, aus Marokko oder aus der Türkei stammende Person der Ansicht ist, dass die Frau besser zu Hause bleibt und sich um Kinder und Haushalt kümmert. Und die übergroße Mehrheit der befragten Migranten der dritten Generation würde es nicht gut finden, wenn sich eines ihrer Kinder als lgbtqi+ outen würde.

Diese Entwicklung führt nicht unbedingt dazu, dass es in Flandern automatisch zu einem Gefühl von mehr Zusammengehörigkeit kommt. Nicht wenige Zeitgenossen aus diesen Gemeinschaften erfahren noch immer Diskriminierung, auch wenn dies nicht mehr so allumfassend ist, wie bei den beiden vorangegangenen Generationen. 

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5