In Brüssel macht eine Petition die Runde, die dazu aufruft, die Metrostation „Pétillon“ im Stadtteil Etterbeek umzubenennen. Diese Station wurde nach dem belgischen Major Arthur Pétillon benannt, einem Soldaten, der im Kolonialreich Kongo von König Leopold II. eine wichtige Rolle gespielt hat.
Kolonialgeschichte: Petition ruft dazu auf, die Brüsseler Metrostation "Pétillon" umzubenennen
Major Arthur Pétillon kehrte 1894 aus der Kolonie Kongo nach Belgien zurück und wurde hier mehrfach ausgezeichnet und geehrt.
Er wurde später sogar Bürgermeister der Gemeinde Etterbeek, wie aus der „Biographie Coloniale Belge“ ersichtlich ist, ein biografisches Nachschlagewerk zu Personen, die in der Kolonialgeschichte Belgiens eine Rolle gespielt haben und zwar vor oder nach 1830, also sowohl zu Zeiten, in denen die Kolonien Privatbesitz von Leopold II. waren, als auch danach, als die Kolonien zum belgischen Staat gehörten.
Nach Ansicht der Initiatoren der Petition ist es höchste Zeit, „um Ehrenbezeugungen gegenüber Personen, die in der tragischen Periode im Kongo eine Schlüsselrolle spielten, zu überdenken. Es ist Zeit, dass unser öffentlicher Raum die positive Evolution unserer Gesellschaft in Richtung von mehr Gleichheit und weniger Ausschließung wiederspiegelt.“
Lucie Spède, eine Dichterin aus Etterbeek
Die Initiatoren der Petition für die Umbenennung der Brüsseler Metrostation „Pétillon“ schlagen vor, dieser Station den Namen von Lucie Spède (1936-2010) zu geben. Diese bisher leider eher weniger bekannte Dichterin, eine flämisch-frankophone Brüsselerin aus Etterbeek, entwickelte sich im Laufe des 20. Jahrhunderts von einer Textschreiberin im Werbebereich zu einer Dichterin, die im Laufe ihrer schriftstellerischen Karriere mehrere Gedichtbände herausbringen konnte, von denen sich einige auch an Kinder richten.
Zu den Werken Spèdes gehörte auch ein 1998 erschienenes Buch mit dem Titel „Chansons de l’arbre - Im Wald“ mit Gedichten in Französisch, Niederländisch und Deutsch, das mit Bildern von Werken des flämischen Malers Rik Hamblok aus Lommel in der Provinz Limburg illustriert ist.
Brüssels regionale Ministerin für Verkehr und Mobilität, Elke Van den Brandt (Groen), sagte zu dieser Frage gegenüber der Regionalzeitung La Capitale, dass sie von dieser Petition gehört habe: „Wir versuchen, mit den Organisatoren Kontakt aufzunehmen, um diese Sache zu besprechen.“ Die Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB, die auch die Metro betreibt, hat dazu noch nicht Stellung bezogen.
