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Inflation und hohe Energiekosten: Viele Krankenhäuser in Belgien schreiben rote Zahlen

Weit mehr als die Hälfte der Krankenhäuser in Belgien haben das vergangene Jahr mit einem negativen Geschäftsresultat abgeschlossen. Dies ist aus einer Studie der Belfius-Bank ersichtlich. Grund dafür sind vor allem die hohen Energiepreise im Jahr 2022 und auch eine verspätete Anpassung der Arzthonorare, so die Studie.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Die Krankenhäuser in Belgien haben letztes Jahr deutlich mehr Mittel von Staat erhalten und doch schrieben 8 von 10 allgemeinen Krankenhäusern in unserem Land für 2022 negative Zahlen. Margot Cloet, die Leiterin des größten Pflege- und Klinikverbandes im belgischen Bundesland Flandern, Zorgnet-Icuro, sagte dazu gegenüber VRT NWS, dass ihnen das Wasser mehr als nur bis zum Hals stehe.

Weitere Gründe sind die hohe Inflation, die gestiegenen Lohn- und Gehaltskosten und die Tatsache, dass die Honorare für die Ärzte später indexiert wurden, als die anderen Honorare, Löhne und Gehälter. Doch die allgemeinen Krankenhäuser finanzieren sich teilweise über die Arzthonorare und damit auch über die Anpassung dieser Einnahmen an die Lebenshaltungskosten.

Reform? 

Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke von den flämischen Sozialisten Vooruit will nicht erst seit gestern das Finanzierungssystem der Kliniken und Krankenhäuser in Belgien reformieren, doch dazu besteht auf politischer Ebene noch kein Konsens und die entsprechenden Verhandlungen mit dem medizinischen Sektor sind ebenfalls kein leichtes Unterfangen.

Vandenbroucke schlägt dazu vor, die Honorare für die Ärzte in den Kliniken in zwei Bereiche aufzuteilen. Ein Teil solle lediglich die Honorare der Ärzte betreffen und ein anderer Teil die reinen Funktionskosten der Kliniken. 

Höhere Einnahmen - höhere Ausgaben

Interessant ist in diesem Zusammenhang aber auch, dass die Kliniken im vergangenen Jahr rund 6,6 % mehr Einnahmen hatten, doch gleichzeitig stiegen die Funktionskosten um 8 %.

Das bedeutet, dass die Krankenhäuser bzw. der Pflegesektor in Belgien zum ersten Mal überhaupt insgesamt rote Zahlen schreibt und zwar mit einem Minus von 181 Mio. €.

Für das laufende Jahr 2023 sind die Prognosen inzwischen ähnlich schlecht, wie die Resultate, die Belfius in ihrer Untersuchung für letztes Jahr konstatieren musste.  

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