In Diksmuide in Westflandern hatten sich am Donnerstagmorgen Provinzgouverneur Carl Decaluwé und die Bürgermeister der am schwersten betroffenen Gemeinden zu einem Krisengespräch getroffen. Dabei waren auch die Lokalpolizei und der Zivilschutz mit einbezogen. Festgestellt wurde zunächst, dass die Lage derzeit weiter unvorhersehbar ist. Drohnenbilder zeigen die Wassermassen, die derzeit die Gegend um Ledegem bedrohen (Video oben).
Immer noch keine Entwarnung in den Überschwemmungs- und Regengebieten in West- und Ostflandern
Es wurde beschlossen, dass man sofort auftreten werde, wo es notwendig ist. Am Vormittag regnete es wieder leicht und, wie Provinzgouverneur Decaluwé sagte, „jeder Regentropfen ist ein Tropfen zu viel.“
Im ärgsten Problemgebiet rund um Diksmuide werden freiwillige Evakuierungen vorgesehen, vor allem am Winterdeich. Das Königliche Meteorologische Institut (KMI) in Ukkel bei Brüssel sagt weiter Niederschläge voraus, doch diese sollen eher von schwacher Natur sein.
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Die Pegel an der Ijzer in der Westhoek stehen weiter sehr hoch und zahlreiche Häuser, Höfe und Acker stehen unter Wasser. Im nahegelegenen Houthulst werden weitere Überflutungen erwartet, wenn es noch lange weiterregnet. In Lo-Reninge steht das Wasser „historisch hoch“, so der Bürgermeister.
Niko Verhoest, Professor für Wasserkunde an der Universität Gent (UGent) sagte dazu, dass in Zukunft mehr und größere Wasserauffangbecken und Auen notwendig seien. Hier müsse man kreativ zu Werke gehen, denn dazu sei sehr viel Raum notwendig.
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Probleme auch am Kanal Gent-Brügge
Am Kanal zwischen Gent und Brügge ist ein Deich gesackt. Für Überschwemmungen sorgt dies nicht, doch die Treidelpfade entlang des Kanals sind teilweise gesperrt. Auch in Brügge sind Deiche aufgrund der Regenmassen aufgeweicht.
Einer davon liegt ebenfalls am Kanal Gent-Brügge und ein weiterer an der Baron Ruzettelaan. Auch hier beschränkten die Probleme auf einige leicht überschwemmte Straßenzüge. Am Polderbecken von Brügge und am Bach Kerkebeek stiegen die Pegel noch am Donnerstagvormittag.
Regenwasser soll über Kanäle und offene Schleusen abfließen
Am Donnerstagabend wird die Binnenschifffahrt am Kanal Gent-Terneuzen eine Zeit lang stillgelegt, damit über die Schleusen verschnellt Regenwasser in Richtung Niederlande abfließen kann. Dies sagte Flanderns Verkehrsministerin Lydia Peeters (Open VLD).
Das bedeutet, dass ab der Schleuse von Terneuzen bis zur Stauschleuse von Evergem der Schifffahrtsverkehr unterbrochen werden muss, so die Ministerin: „Damit können wir 200 Kubikmeter Regenwasser pro Sekunde abfließen lassen. Das ist viermal mehr als normal.“
Gleiches ist an der Ijzer zwischen Flandern und Frankreich geplant. Hier soll über den Kanal Veurne-Dünkirchen Regenwasser beschleunigt in die Nordsee abfließen können.
