Tom Moylan, ein Ire, der in Brüssel wohnt, hat unlängst die Bewegung restless.brussels ins Leben gerufen. Ziel dieser Bewegung ist, die internationale Gemeinschaft in der belgische und europäischen Hauptstadt zusammenzubringen. Dazu werden Gespräche und Events mit Expats und Einheimischen organisiert.
Ausländer in Brüssel: "Ein Expat muss sich der Stadt anpassen und nicht umgekehrt"
Die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ fragte Tom Moylan, was restless.brussels eigentlich ist. Moylan gab an, dass diese Bewegung Expats und anderen internationalen Profilen dabei helfen möchte, diesen zu einer Beziehung mit der Stadt zu verhelfen, die auch etwas darstellt: „Man kann zu einfach in seiner Bubble bleiben, ohne zu merken, das im Rest von Brüssel passiert. Viele möchten daraus ausbrechen, doch sie wissen nicht wie und wo.“
Moylan selbst kam 2014 nach Brüssel und blieb rund 6 Jahre in der Blase rund um die EU-Institutionen. Als er dann nach Schaarbeek umzog und Vater wurde, wollte er mehr über seine neue Heimat erfahren: „Ich wollte über Themen, wie Mobilität oder lokalen Aktivismus mehr wissen, doch ich wusste nicht wohin mit meinen Fragen. Meine Organisation will darum helfen, um Brücken zu bauen und um Hindernisse zu beseitigen, die einer vollwertigen Partizipation im Wege stehen.“
Fehlendes Allgemeinwissen zu Brüssel
Dazu gehört für restless.brussels auch das Vermitteln von Allgemeinwissen zu Brüssel: „Darum laden wir Leute ein, die bei uns Einsicht bieten, wie die Verwaltung hier funktioniert oder wie die Kommunalwahlen ablaufen.“ Bisher beteiligen sich nur etwa 17 % der in Brüssel lebenden Expats, die nicht unbedingt nur aus der EU kommen, an den Kommunalwahlen. Moylan sieht hier mehrere Probleme, wie z.B. auch bei Politikern, diese Gruppe überhaupt zu erreichen: „Es ist schwierig, Kontakte zu dieser Gruppe zu knüpfen. Überdies geht es hier um eine diverse Zusammenstellung in Sachen politische Richtung.“
Doch Moylan geht von positiven Effekten aus, wenn man sich hier aufeinander zubewegt: „Und doch glaube ich, dass der, der den ersten Schritt wagt, von einer Art ‚first-mover-advantage‘ profitieren kann. Auch, weil gerade diese Gruppe politisch sehr orientiert im Leben steht.“ Der Idee, Englisch in Brüssel als dritte Sprache einzuführen, steht der Ire Tom Moylan mit gemischten Gefühlen gegenüber. Das könne dabei helfen, Menschen zu helfen, wie kein Niederländisch oder Französisch sprechen und auch um internationale Unternehmen anzuziehen, doch „Ein Expat muss sich der Stadt anpassen und nicht umgekehrt.“
