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Flanderns Verkehrsgesellschaft De Lijn streicht ab Januar 2024 etwa jede sechste Haltestelle

Bei der flämischen Nahverkehrsgesellschaft De Lijn stehen ab dem 6. Januar 2024 weitgehende Reformen des Netzes an. So werden rund 3.000 Haltestellen gestrichen, zahlreiche Linien umbenannt und mit neuer Nummer versehen und Busse werden seltener durch Viertel fahren, sondern eher auf Hauptstraßen unterwegs sein. Dadurch sollen sie schneller ihre Ziele erreichen. De Lijn will auch flexible Haltestellen einrichten, die nur auf Anfrage bedient werden.

Andreas Kockartz
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Mit dieser eingreifenden Maßnahme will De Lijn die sogenannte „Basis-Erreichbarkeit“ weiter voranbringen, die bereits seit Juni 2023 läuft. Ab dem 6. Januar 2024 aber wird es umfassende Veränderungen geben. Rund 3.000 Haltestellen fallen weg. Das entspricht 17 % aller Haltestellen der regionalen flämischen Nahverkehrsgesellschaft. Landesverkehrsministerin Lydia Peeters (Open VLD) erklärt: „Wir wollen besser der Nachfrage entsprechen und die Mittel wo sie nötig sind, effizienter einsetzen.“

Die „Basis-Erreichbarkeit“ in der flämischen Mobilitätspolitik verläuft in mehreren Lagen. Rückgrat bildet die Bahn, die durch das Kernnetz von Bussen und Straßenbahnen ergänzt wird. Hiermit werden die Stadtzentren mit den großen Wohnvierteln verbunden und auch Handels- und Wirtschaftszentren sowie Krankenhäuser sind darin eingebunden. Busverbindungen zwischen kleineren Gemeinden sind nur noch Nebensache und mit flexiblen Linien (flex-net), die nur auf Anfrage bedient werden, soll ein neues Angebot geschaffen werden.

Wo eine höhere Nachfrage besteht, sollen Busse öfter unterwegs sein und die Fahrten beginnen in den neuen Fahrplänen früher am Morgen und enden später am Abend. Trotz der zahlreichen abzuschaffenden Haltestellen sollen laut De Lijn-CEO Ann Schoubs 95 % aller Flamen, die in dichtbevölkerten Regionen wohnen, in maximal 750 Metern Entfernung eine Haltestelle haben. 

Kritik vom Fahrgastverband

Der Fahrgastverband TreinTramBus (ZugTramBus) in Flandern steht den Plänen von De Lijn kritisch gegenüber. Peter Meukens, Vorsitzender dieses Verbandes, befürchtet, dass die Reise- oder Pendelzeit für viele Fahrgäste länger dauern wird: „Die Busse meiden die Dorfkerne, weil die damit viel Zeit verlieren. Die Pendler müssen dadurch aber einen längeren Weg zurücklegen, um zu ihrer Haltestelle zu gelangen. Die Busse fahren wohl schneller, doch für viele Fahrgäste wird die Fahrzeit an sich länger dauern.“

Aber, Meuskens relativiert auch: „Für einige Reisende bedeutet dies wohl auch einen Schritt nach vorne. Wir müssen aber noch abwarten, wie groß der Rückschritt für andere Pendler sein wird. In der ersten Phase der „Basis-Erreichbarkeit“ haben sie einige Haltestellen gestrichen, die im Laufe der Zeit wieder angefahren wurden. Ich erwarte, dass das jetzt auch so laufen wird.“ 

Straßenbahnen von De Lijn in Gent

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