Zum Hauptinhalt springen
Gesundheit

Flandern untersucht das Blut von Kinder und Müttern aus der Umgebung des Antwerpener Bahnhofs auf Schwermetalle

Flanderns Landesgesundheitsministerin Hilde Crevits (CD&V) lässt das Blut von 200 bis 250 Kindern und deren Müttern auf Schwermetalle untersuchen, die in der Umgebung des Antwerpener Zentralbahnhofs wohnen. In der jüngeren Vergangenheit wurde dort schon Blei im Urin nachgewiesen. Möglicherweise liegt der Grund dafür bei der Goldraffinerie Value Trading im nahegelegenen Diamantenviertel. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Blei und andere Schwermetalle wurden auch schon in hohen Konzentrationen in kleinen Stadtgärten nachgewiesen. Und die Urinproben bei Kindern aus dem jüdischen Viertel ergaben teilweise recht hohe Bleiwerte.

Jetzt will Gesundheitsministerin Crevits mit einer umfassenden Blutuntersuchung Genaueres wissen. Die flämische Christdemokratin reagiert damit auf die Beunruhigung der Anwohner in diesem Viertel: „Ich finde es wichtig, diese Blutuntersuchung durchzuführen. Das muss Antworten auf die Fragen bieten und uns eine bessere Sicht auf mögliche Gesundheitsrisiken im Antwerpener Bahnhofsviertel geben, sowie auch auf mögliche zu ergreifende Maßnahmen.“

Die Messungen werden bei Kindern zwischen 6 und 8 Jahren durchgeführt, was in erster Linie in den Schulen erfolgen wird. Mit Fragenlisten und Umweltmessungen wird nach weiteren möglichen Quellen für diese Entwicklung gesucht. Die Blutproben werden 2024 vorgenommen und bis Anfang 2025 sollen alle Proben und Messungen dahingehend analysiert werden, dass die ein Bild der Situation bieten. 

Beunruhigte Bürger

Die Bewohner des Viertels rund um den Antwerpener Zentralbahnhofs und des Diamantenviertels reagieren überwiegend positiv auf die Untersuchungen, doch sie bitten darum, dass man sofort agiert.

Eine Anwohnerin sagte gegenüber VRT NWS, dass ein Unternehmen wie Trade Value hier nicht sein dürfe: „Hier wohnen viele Familien mit Kindern, die Angst haben, um im Garten zu spielen. Wir wagen es selbst nicht mehr, das Fenster zu öffnen. Die Fabrik muss geschlossen werden oder umziehen und nicht erst nach den Untersuchungen in 2025 sondern sofort.“

Andere Anwohner, die ebenfalls in der Nähe der Goldraffinerie wohnen, essen nichts mehr aus ihrem Garten und fordern, dass es auch umfassende Bodenuntersuchungen geben soll. 

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5