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"Wenn wir den Wal retten, dann retten wir die Welt": Ausstellung im BELvue-Museum zum Klima und zur "Belgica"

Das BELvue-Museum in der Nachbarschaft zum Brüsseler Königspalast bietet in diesen Tagen mit einer kostenlos zu sehenden Ausstellung unter dem Titel „Auf der Suche nach… dem Ende der Welt: Eine Klimaexpedition an Bord der Belgica“ einen interessanten Einblick in Themen, wie Klima- oder Polarforschung und deren Geschichte. Damit wird auch ein Bild der Arbeit der wissenschaftlichen Mission der „Belgica“ gezeichnet, die sich vor 125 Jahren auf den Weg zum Südpol machte. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Der Südpol hat sich seit dieser belgischen Polarexpedition im Jahr 1898 stark verändert. „Er ist ein beunruhigender Spiegel des Verfalls unseres Planeten durch den Menschen“, sagt Henri de Gerlache dazu, ein Nachkomme von Adrien de Gerlache, dem Leiter der damaligen Expedition in einer Videobotschaft, die in dieser Ausstellung im Brüsseler BELvue-Museum zu sehen ist.

Die Südpol-Expedition an Bord der „Belgica“ vor 125 Jahren war ein unglaubliches Abenteuer, auch und gerade auf psychologischer Ebene. Es hätte nicht viel gefehlt, und die Besatzung wäre nicht mehr zurückgekommen. Ihr Dreimaster saß einen Winter lang im Packeis fest… Vielleicht half dabei auch der Umstand, dass die international zusammengestellte Besatzung teilweise bereits entsprechende Erfahrung von Nordpol-Expeditionen „im Gepäck hatte“.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Den Besuchern fällt fast unmittelbar nach Betreten der Ausstellung ein Foto ins Auge, das mittlerweile weit über Belgien hinaus eine Ikone geworden ist. Es zeigt die „Belgica“, wie sie im Packeis verharrt. Aufgenommen hatte es der Schiffsarzt und Fotograf Frederick Cook, der seine Plattenkamera damals auf eine Belichtungszeit von 90 Minuten eingestellt hatte… Ging wohl nicht anders, denn im Winter zeigt sich die Sonne am Südpol während rund 2 Monaten nicht.

Schon damals waren die Wissenschaftler an Bord von den Walen begeistert, die das Schiff sehr häufig besuchten und mindestens so neugierig waren, wie die Forscher. „Auf allen Seiten schwammen Walfische um unser Schiff herum. Sie kamen in nächster Nähe aus dem Wasser“, wie der Wissenschaftler Roald Amundsen damals notierte.

Wie Wale dabei helfen können, unseren Planeten zu retten

Neben der „Belgica“-Expedition haben die Wale bei der Ausstellung einen wichtigen Stellenwert. Sie gelten wissenschaftlich gesehen als Tiere, die für das Klima nicht ganz unwichtig sind. Viel mehr noch: Sie können, wenn man sie leben und sich weiter vermehren lässt, zur Rettung des Klimas beitragen.

Und das liegt so: Wale lassen ihre Ausscheidungen eher in untiefen Gewässern ab und liefern mit ihren sogenannten „Poonami’s“ dem Phytoplankton Nahrungsstoffe, wie Eisen oder Stickstoff. Phytoplankton ist eine Mischung aus mikroskopisch kleinen und im Wasser schwebenden Organismen, die Fotosynthese betreiben. Mit anderen Worten nehmen sie, genau wie Bäume und andere Pflanzen, dank dem Sonnenlicht CO₂ auf und produzieren damit Sauerstoff.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Je mehr Wale, desto weniger Treibhausgas CO₂ und desto mehr Sauerstoff. Beides ist für die Zukunft unseres Planeten und damit für uns Menschen überlebenswichtig, wie die Biologin Leen Gorissen in einem Begleitvideo in der Ausstellung unterstreicht: „Etwa die Hälfte der Luft, wie wir einatmen, kommt aus Phytoplankton.“ Und das ist noch nicht alles: Stirbt ein Wal einen natürlichen Tod, dann sinkt er auf den Meeresboden und nimmt das gesamte CO₂ in seinem Körper mit. Dies wird dann dort gespeichert.

Und doch sind auch diese natürlichen Systeme bedroht und zwar in erster Line durch die Verschmutzung der Ozeane mit Chemikalien und Mikroplastik, so auch die Biologin Gorissen, die gemeinsam mit einigen Prominenten dazu aufruft, jetzt massiv zu reagieren, bevor es zu spät ist: „Wir müssen jetzt handeln und den Ausstoß von Treibhausgasen herunterfahren.“ Die Ausstellung richtet sich denn auch deutlich an die Jugend, der dort Tipps gegeben werden, wie sie ihr Scherflein dazu beitragen können. In diesem Sinne bietet die Ausstellung „Auf der Suche nach… dem Ende der Welt: Eine Klimaexpedition an Bord der Belgica“ auch Workshops und interaktive Events an. Ein Besuch lohnt sich also vielleicht auch für Schulklassen. 

"Auf der Suche nach… dem Ende der Welt: Eine Klimaexpedition an Bord der Belgica", noch bis zum 4. Februar 2024 im BELvue-Museum, Paleizenplein, 7, 1000 Brüssel. Info: www.belvue.be . Die Ausstellung wird von Infotafeln und Videos in Niederländisch, Französisch und Englisch begleitet. 

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