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Inland
Justiz

Familie der vergewaltigten und ermordeten Julie Van Espen will gegen den belgischen Staat klagen

Die Familie einer 23-jährigen Studentin, die 2019 vergewaltigt und ermordet wurde, will Klage gegen den belgischen Staat einreichen. Die Familie von Julie Van Espen (Foto) ist der Ansicht, dass Versäumnisse der Justiz zum Tod der 23-Jährigen durch einen Mann geführt haben, der in der Vergangenheit bereits zweimal wegen Vergewaltigung verurteilt worden war. Die Justiz habe die Pflicht, die Öffentlichkeit vor Straftätern zu schützen, aber in diesem Fall habe sie offensichtlich versagt. Die Familie sieht Ähnlichkeiten mit dem Fall des Mannes, der im vergangenen Monat den Terroranschlag in Brüssel verübt hat.

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Am 4. Mai 2019 wurde Julie Van Espen von Steve Bakelmans vergewaltigt und ermordet, einem Mann mit einer langen Liste von Verurteilungen wegen Straftaten, die von Diebstahl bis zu Bedrohungen reichen. Außerdem war er zweimal wegen Vergewaltigung verurteilt worden. Der Fall hat das ganze Land erschüttert. Im Jahr 2019 urteilte der Hohe Rat für Justiz, es sei unverständlich, dass es so lange gedauert habe, bis Steve Bakelmans verurteilt wurde.

Jetzt nutzen Julies Eltern und Geschwister dies als Grundlage für ihre Klage gegen den belgischen Staat. Sie sind der Meinung, dass die Bundesbehörden die Justiz jahrelang vernachlässigt haben und deshalb mitverantwortlich sind für das, was Julie zugestoßen ist.

Der Anwalt der Familie, Stijn Verbist, sagte gegenüber VRT NWS: "Der Mann hätte am 4. Mai 2019 eigentlich inhaftiert sein müssen. Wenn die Behörden nicht versagt hätten, wäre Julie heute noch am Leben."

Ähnlichkeiten mit dem Fall des Brüsseler Terroranschlags

Die Justizredakteurin von VRT NWS, Helen Goedgebeur, berichtet, dass die Familie Ähnlichkeiten mit dem Fall von Abdessalem Lassoued sieht, dem Mann, der den Anschlag in Brüssel am 16. Oktober verübte, bei dem zwei schwedische Fußballfans starben. Es gibt in der Tat Ähnlichkeiten zwischen den beiden Fällen, darunter Akten, die unbeachtet in Schränken liegen bleiben, fehlende Unterlagen und akuten Personalmangel.

Der ehemalige Justizminister Vincent Van Quickenborne (flämische Liberale) schrieb auf X (dem früheren Twitter), dass die Familie zu Recht Parallelen zwischen den beiden Fällen zieht. "In beiden Fällen hat ein Richter einen Fehler gemacht. Aus diesem Grund habe ich meinen Rücktritt eingereicht. Das ist auch der Grund, warum ich nach Rücksprache mit der Familie Van Espen dem Parlament einen Gesetzesentwurf vorlege, um das Strafrechtssystem gründlich zu reformieren."

Ein symbolischer Euro als Entschädigung

Die Klage ist eingereicht worden, aber warum hat die Familie bis jetzt gewartet, zwei Jahre nach der Verurteilung von Steve Bakelmans? "Die Menschen brauchten Zeit, um ein solch traumatisches Erlebnis und den darauf folgenden Prozess vor dem Schwurgericht zu verarbeiten".

Die Familie fordert eine symbolische Entschädigungszahlung von 1 Euro. "Sie sind nicht an einer Entschädigung interessiert. Wenn sie diese erhalten, werden sie sie sofort für einen guten Zweck spenden. Die Familie möchte außerdem, dass der Richter ausdrücklich feststellt, dass Fehler gemacht wurden und diese Fehler zu Julies Tod geführt haben."

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