Zum Hauptinhalt springen

Ausstellung im Aachener Suermondt-Ludwig-Museum: "Heimspiel. Flämische Malerei zu Hause in Aachen"

Über 50 Werke aus dem 15. und frühen 16. Jahrhundert umfasst die Sammlung altflämischer und altniederländischer Gemälde des Suermondt-Ludwig-Museums in Aachen. Erstmals wird dieser Gesamtbestand, der von Barthold Suermondt sowie von Peter und Irene Ludwig über Jahrhunderte zusammengetragen wurde, jetzt eigens in einer Ausstellung gewürdigt. In dieser Ausstellung werden auch die Ergebnisse von intensiven Forschungen rund um die Werke aufgezeigt, die dafür sorgen, dass hier „nicht nur“ Bilder präsentiert werden. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

„Das Museum setzt hier eine wunderbare Idee um, die viele Dimensionen hat“, unterstrich Aachens Kulturdezernent Heinrich Brötz zur Eröffnung. „Die Ausstellung zeigt nicht nur Gemälde, sondern dokumentiert eindrucksvoll, wie intensiv hier im Hause geforscht wurde.“ Neueste Untersuchungsergebnisse, die in jahrelangen kunsthistorischen und gemäldetechnologischen Forschungen erzielt werden konnten, will die Präsentation anschaulich vermitteln.

„Ich bin besonders stolz darauf“, freut sich Till-Holger Borchert, Direktor des Suermondt-Ludwig-Museums und ehemaliger Kurator der Triennale von Brügge, „dass wir in diesem ‚Heimspiel‘ ausschließlich auf eigene Werke zurückgreifen, und so nicht nur einige der verborgenen Schätze des Hauses zeigen, sondern auch völlig auf Kunsttransporte verzichten konnten.“

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Joos van Cleve "Noli me Tangere (Christus erscheint Maria Magdalena)"

Forschungsergebnisse beleben die Ausstellung

Die gewonnenen Erkenntnisse werfen ein neues Licht auf den Entstehungsprozess einzelner Werke und auf die Arbeitsteilung in den damalige Malerwerkstätten. Besucherinnen und Besucher erfahren, wie künstlerische Ideen umgesetzt wurden und wie sich Wünsche und Bedürfnisse der einstigen Auftraggebenden auf das Ergebnis auswirkten.

In einigen Fällen ist es erstmals gelungen, die Funktion der Gemälde zu rekonstruieren, die ursprünglich Teil größerer Bildensembles formten oder als Einzeltafeln die spirituellen Qualitäten der privaten Andacht steigern sollten. Gerade diese Ergänzungen unterstreichen die Besonderheit von „Heimspiel. Flämische Malerei zu Hause in Aachen“, eine Ausstellung, die auch aus diesem Grunde besucht werden sollte.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Meister von Frankfurt und Meister von Delft: !"Das Annentriptychon der Delfter Familie van Beest"

Werke aus den gesamten Niederen Landen

Neben Meisterwerken aus den Ateliers von Hans Memling, Ambrosius Benson, Albrecht Bouts (auch Albert, Aelbrecht oder Aelbert Bouts genannt) und Joos van Cleve sowie Gemälden aus den flämischen Kunstzentren Antwerpen, Brüssel, Brügge und Gent, besitzt das Suermondt-Ludwig-Museum auch eine große Anzahl von Tafelbildern, die aus Kunstzentren in den nördlichen Niederlanden stammen. Dort ist der noch erhaltene Bestand spätmittelalterlicher Gemälde durch Bildersturm und Reformation wesentlich kleiner als in Flandern.

Der Aachener Bestand ist daher von kaum zu überschätzender Bedeutung. Malereien von unter anderem Quentin Massys (auch Quinten Matsys oder Metsys genannt), Cornelis Engebrechtsz und dessen Schüler Lucas van Leyden, vom anonymen Meister von Delft sowie dem in Amsterdam tätigen Jacob van Oostsanen ergänzen die Gemälde der flämischen Meister und gestatten so einen umfassenden Einblick in unterschiedlichste Erscheinungsformen der Malerei zwischen 1450 und 1550 in den gesamten Niederen Landen.

(Quelle: Pressemiteilung Suermondt-Ludwig-Museum) 

Info: "Heimspiel. Flämische Malerei zu Hause in Aachen", noch bis zum 10. April 2024, Suermondt-Ludwig-Museum, Wilhelmstraße 18, 52070 Aachen. Info: www.suermondt-ludwig-museum.de

Quinten Massys: "Salvator Mundi"

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5