Aus dem Kabinett von Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) verlautete, dass unser Land einem internationalen Konsortium zur Entwicklung kleiner Kernreaktoren beigetreten ist. Dieser Schritt erfolgt im Rahmen der Verschiebung des belgischen Atomausstiegs bzw. der Laufzeitverlängerung einiger Meiler in den hiesigen AKW.
Belgien tritt einem internationalen Konsortium zur Entwicklung kleiner Kernreaktoren bei
Am Mittwoch unterzeichnete Premier De Croo eine Absichtserklärung zu diesem Beitritt. Bei den sogenannten „Kleinen Kernreaktoren, auch Small Modular Reactors (SMR) genannt, handelt es sich um Kompakte Anlagen zur Produktion von Strom durch Kernkraft. Diese Anlagen bestehen aus modulare Reaktoren zur Kernspaltung, die kleiner sind als die Meiler in den herkömmlichen Atomkraftwerken sind. Zudem gelten die SMR als gelten sicherer und bei der Kernspaltung fällt weniger Atommüll bzw. Strahlenabfall an.
Spätestens seit der durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ausgelösten Energiekrise ist dieses Thema bei vielen europäischen Regierungen auf dem Tisch gelandet. Unter anderem Frankreich übernimmt hier eine Vorreiterrolle.
Die belgische Bundesregierung hatte bereits letztes Jahr 100 Mio. € in die Entwicklung dieser Technologie investiert. Der Beitritt zu diesem internationalen Konsortiums ist dabei der zweite wichtige Schritt. Belgien nimmt an der entsprechenden Forschung mit dem Kernforschungszentrum SCK in Mol (Provinz Antwerpen, Foto oben) teil und arbeitet dabei eng mit Partnern aus den USA, aus Italien und Rumänien zusammen.
