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Belgische Eisenbahn: 48-Stunden-Bahnstreik ab Dienstagabend um 22 Uhr

Am Dienstagabend beginnt der erste von zwei 48-stündigen Bahnstreiks der Eisenbahnergewerkschaften in Belgien. Der Streik dauert bis Donnerstagabend um 22 Uhr. Bahnchefin Sophie Dutordoir (Foto) hält die beiden Streiks für überproportioniert und will dafür sorgen, dass so viele Züge fahren können, wie nur möglich.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

„Wir werden mit denen, die arbeiten wollen, 52 % aller IC-Züge fahren lassen und wir werden uns am Donnerstag mit den Gewerkschaften zusammensetzen, um zu versuchen, den für Dezember angekündigten zweiten Streik noch zu vermeiden“, so Dutordoir am Montagabend in der VRT-Magazinsendung „Terzake“ („Zur Sache“).

Die Gewerkschaften bei der belgischen Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB streiken unter anderem gegen eine neue Arbeitsregelung für das Personal und dagegen, dass in zahlreichen Bahnhöfen im ganzen Land die Mitarbeiter der Bahn gestrichen werden, um nur noch auf Fahrkartenautomaten zu setzen.

Für die Bahn seien diese Schritte notwendig, um sich auf die Zukunft vorbereiten zu können, so Bahn-CEO Sophie Dutordoir: „Wir müssen in allen Bereichen arbeiten: Pünktlichkeit der Züge, keine Züge mehr streichen, eine gute Kommunikation mit unseren Fahrgästen. 75 % unserer Fahrgäste geben der NMBS eine 7 auf 10. Das ist nicht gut genug. In den kommenden 10 Jahren bekommen unsere Geschäftsbereiche substantielle Mittel, um daran zu arbeiten.“ 

Die Gründe für den Streik

Der zweite Streik folgt zwischen dem 5. und dem 7. Dezember (Dienstagabend, 22 Uhr bis Donnerstagabend, 22 Uhr). Grund für diese Streiks sind die Unzufriedenheit der Eisenbahner über ihre Arbeitslage sowie eine neue Arbeits- und Dienstplanregelung und über den Gang der Dinge bei den laufenden Reformen. Die Gewerkschaften bemängeln, wie übrigens auch die belgischen Fahrgastverbände, dass zu viele Züge unpünktlich sind und dass zu viele Reisezüge in einer viel zu kurzen Zusammenstellung unterwegs sind.

Hinzu kommen noch der weiterhin akute Personalmangel und die Konfrontation mit neuen digitalen Anwendungen, die nicht richtig funktionieren und damit zu Sicherheitsproblemen führen. Zu allem Überfluss werfen die Gewerkschaften der NMBS/SNCB vor, einmal mehr eine Reform durchzuführen, die an den Sorgen und Nöten der Beschäftigten und der Fahrgäste vorbeigeht.

Die NMBS/SNCB will zudem 250 Stellen in den Bahnhöfen streichen und die Dienstleistung dort den Fahrkartenautomaten überlassen. Das hier freigesetzte Personal soll andere Aufgaben übernehmen, um offene Stellen zu besetzen, weil die Bahn nicht genug neue Mitarbeiter findet. 

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