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Inland
Justiz

Mega-Prozess zu einem SKY-ECC-Drogendossier in Brüssel beginnt verspätet: Einspruch gegen die Richter eingelegt

Eigentlich hätte am kommenden Montag ein Prozess zu einem großen Drogenfall beginnen sollen, dessen Einzelheiten nach der Entschlüsselung der von Kriminellen als Kommunikationsnetzwerken genutzten Plattformen Encrochat und SKY ECC ans Tageslicht kamen. Doch die Verteidigung eines der Verdächtigen reichte einen Antrag auf Abberufung der drei Richter wegen Befangenheit ein und das wird für einige Wochen Verzögerung sorgen.

Andreas Kockartz Belga
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Dies meldete die frankophone Tageszeitung La Libre Belgique am Freitag rund diese Meldung wurde vom entsprechenden Rechtsanwalt Gilles Vanderbeck gegenüber der belgischen Nachrichtenagentur Belga bestätigt. Ins Detail gehen wollte der Anwalt aber dazu nicht. Es wird aber vermutet, dass sich der Befangenheitsantrag auf zwei vorangegangene einleitende Sitzungen zu diesem Prozess am 30. Juni und am 24. Oktober bezieht.

Das belgische Gesetz sieht in einem solchen Fall vor, dass ein Gericht einen Prozess solange aussetzen muss, bis sich das Berufungsgericht zu diesem Antrag geäußert hat. Und das kann einige Wochen dauern. Deshalb kann dieser Prozess auch nicht am kommenden Montag anlaufen. Für das Verfahren sind fünf Monate Prozess vorgesehen. 

Kokainschmuggel

Bei dem Fall handelt es sich um Kokainschmuggel in großem Umfang. Die Sache kam ins Rollen, als der Polizei in Frankreich und in den Niederlanden gelungen war, verschlüsselte Kommunikation der Drogenschmuggler via Encrochat zu entschlüsseln. Zudem gelang es der Polizei in Belgien durch das Knacken von entsprechenden Kommunikationen via SKY ECC mit weiteren Informationen zu den Ermittlungen beizutragen.

So gelang es der Kripo der Bundespolizei in Brüssel im Oktober 2021 diese Bande aufzurollen. Die Angeklagten stehen im Verdacht, Kokain im großem Stil aus Südamerika nach Europa geschmuggelt zu haben und zwar in Containern mit Hochseefrachtern und sogar mit Privatflugzeugen. In Belgien wurde das Kokain in Portionen verpackt und dann weiter in verschiedenen europäischen Ländern gedealt. 

Umfassende Polizeiaktion

Nach der Offenlegung der Fakten griff die Polizei dann zu. Es gab Razzien und Hausdurchsuchungen an insgesamt 114 Adressen und es wurden 6 Drogenlabore ausgehoben. Die Ermittler beschlagnahmten tonnenweise Drogen und andere Stoffe, sowie ein gutes Dutzend Handfeuerwaffen, 57 Fahrzeuge, 300 Kubikmeter Rohtabak und eine Mio. € an Bargeld.

Letztendlich mussten 129 Personen vor dem Haftrichter erscheinen, von denen sich 47 noch immer in Untersuchungshaft befinden. Die meisten der Verdächtigen haben die albanische Nationalität, doch es sind auch Kolumbianer darunter.  

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