Seit einigen Tagen zeigt die Dossin-Kaserne in Mechelen (Prov. Antwerpen), die frühere Sammelstelle für Deportationen während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg, vier Gegenstände von Lagerinsassen aus dieser Zeit. Diese Objekte stammen aus der privaten Sammlung von Calixte Vandevelde, der nach der Befreiung kurz in der SS-Sammelstelle gearbeitet hatte.
Einmalige Objekte zeigen zum ersten Mal seit 80 Jahren das Lagerleben in der Dossin-Kaserne
Die Sammlung von Calixte Vandevelde wurde von dessen Nachkommen jetzt der Gedenkstätte Kaserne Dossin übergeben. Sie umfasst persönliche Gegenstände von früheren Insassen der SS-Sammelstelle, die diese bei ihrer Deportation nach Auschwitz-Birkenau dort liegenließen oder zurücklassen mussten. Sie zeigen ein wenig den Kern des täglichen Lebens an einem solchen Ort während der Nazi-Zeit.
Einige Wochen nach der Befreiung der Kaserne Dossin wurde Calixte Vandevelde von seinem damaligen Arbeitgeber, der damaligen Regie für Telefon und Telegrafie (RTT), in die ehemalige SS-Sammelstelle geschickt, um dort die Kommunikationslinien in den jetzt leeren Gebäude zu reparieren.
Bis etwa 1946 wurde die ehemalige Kaserne nämlich als Gefängnis für (vermeintliche) Kollaborateure genutzt. Bei seiner Arbeit fand Vandevelde einige dort zurückgelassene persönliche Gegenstände von Menschen, die dort auf ihre Deportation in das KZ gewartet hatten. Der RTT-Techniker wollte diese Gegenstände im Sinne der früheren Besitzer vor dem Vergessen retten und bewahrte sie jahrzehntelang auf.
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2023 übergibt Calixte Vandeveldes Enkel Jo Peeters der Kaserne Dossin zur Aufbewahrung. Seit dem 26. Oktober werden dort die ersten vier Gegenstände aus dieser Sammlung ausgestellt. Die anderen Objekte werden nach und nach ebenfalls zu sehen sein, denn sie sollen nach und nach in den diversen Ausstellungen der Gedenkstätte präsentiert werden.
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Jo Peeters ist übrigens heute Kurator des Hauses des belgisch-französischen Widerstands. Er sagt zur Sammlung seines Großvaters: „Diese Artefakte sprechen in aller Stille laut über den Umfang des Mechanismus, der innerhalb dieser Mauern angewendet wurde, als Schalter zu einer nie dagewesenen Vernichtung von Menschenleben. Diese persönlichen Objekte haben andererseits wiederum die Kraft, um uns ein Bild der Opfer, ihrer Erniedrigungen, ihrer Ohnmacht und Schmerzen aber auch ihres Mutes und ihrer Kraft, die an allen Tagen nötig war, zu zeigen…“
Noch bis zum 26. Februar 2024, Kaserne Dossin, Goswin de Stassartstraat 153, 2800 Mechelen. Info: www.kazernedossin.eu
