Der Sturm „Ciarán” forderte am Donnerstag in Gent zwei Todesopfer: Eine 64 Jahre alte Besucherin aus Deutschland und ein 5 Jahre altes Kind einer Flüchtlingsfamilie aus der Ukraine. Die Frau aus Deutschland spazierte mit ihrer Familie durch den Citadelpark und das Kind gehörte zu einer Spielplatzgruppe, die trotz des Sturme draußen war. Wie konnte das passieren? Im Fall des ums Leben gekommenen Kindes ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft.
Der Tag nach "Ciarán": Aufarbeitung der Todesfälle in Gent
In Gent werden die Vorgänge analysiert. Hier stellt sich zum einen die Frage, warum eine Gruppe Kleinkinder am Donnerstagmorgen, als „Ciarán” hier wütete, draußen auf dem Spielplatz am Henri Storyplein spielte. Ein herabfallender Ast traf drei Kinder, von denen zwei ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Eines dieser beiden Kinder, ein 5 Jahre altes ukrainisches Flüchtlingskind, starb dort.
Die Genter Spielplätze und auch die betroffene Kinderanimation der städtischen Einrichtung „Kabongo“ sind eine kommunale Angelegenheit. Gents diensthabende Bürgermeisterin Isabelle Heyndrickx (CD&V) teilte dazu mit, dass die Stadt untersuchen werde, wie man in der Zukunft mit Sturmwarnungen, wie Code „Orange“ am Donnerstag, umgehen müsse.
Der Unfall passierte gegen 11 Uhr am Morgen, etwa in der Zeit, in der das Königliche Wetteramt KMI von Code „Gelb“ auf die Warnstufe „Orange“ hochschaltete. Erst dann erfolgte auch die Warnung auf BE-Alert: „Vermeiden Sie Parks. Suchen sie nicht unter einem Baum Schutz“. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft in diesem Fall.
Was bisher bekannt ist
Dabei wird der Vorgang rekonstruiert. Das bedeutet, dass Betroffene und Zeugen verhört und befragt werden. Dabei geht es auch um den genauen Zeitpunkt des Vorfalls. Nach Auffassung von Bürgermeisterin Heyndrickx gab es einen Aufruf, dass die Leute vorsichtig sein müssen und drinnen bleiben sollen: „Doch der Unfall ist quasi gleichzeitig mit dieser Meldung geschehen.“
Gents Jugendschöffin Hafsa El-Bazioui (Groen) hatte dazu erfahren, dass der Unfall ausgerechnet dann passiert ist, als die Leiter mit den Kindern gerade wieder in ihr Gebäude gingen: „Das mach es noch tragischer.“ Ihrer Ansicht nach hätten die Animatoren im Moment selbst richtig gehandelt. Unklar ist, ob die Animatoren wussten, dass die Sturmwarnung von Code „Gelb“ auf „Orange“ heraufgestuft wurde. Bei Code „Gelb“ ist die Spielplatzbegleitung in Gent nicht vierboten.
Spaziergänger im Park
Die gleiche Frage stellt sich beim zweiten Todesfall in Gent. Im Citadelpark war am Donnerstagvormittag trotz des schweren Sturms eine Familie aus Deutschland unterwegs, die dort spazieren ging. Auch wie wurde von einem herabstürzenden Ast getroffen. Dabei kam eine 64 Jahre alte Frau ums Leben und deren Tochter wurde schwer verletzt. Der Mann der Toten blieb unverletzt.
Hier stellt sich die Frage, ob die Stadt Gent den Park nicht im Vorfeld hätte absperren können. Dies allerdings wäre ein schwieriges Unterfangen, denn der Park ist riesig groß und von überall her frei zugänglich.
