Laut einer Studie der Universität Gent (UGent) ist bereits etwa jede zweite Frau mit Einschränkung Opfer von körperlicher sexueller Gewalt geworden. Bei Männern erlebt dies etwa jeder vierten Betroffene. Diese Studie war von Flanderns Landesminister für Chancengleichheit, Bart Somers (Open VLD) in Auftrag gegeben worden.
Studie der Uni Gent: Jede zweite Frau mit körperlicher oder mentaler Einschränkung Opfer von sexueller Gewalt
Die Universität Gent befragte zu diesem Sachverhalt Personen mit körperlicher oder leichter mentaler Einschränkung. Dabei kam heraus, dass diese Menschen leicht Opfer von sexueller Gewalt sind und dass sie zudem sehr sensibel darauf reagieren. Ein Problem ist dabei, dass die Betroffenen oft auf Hilfe von anderen angewiesen sind.
Eines der Opfer von sexueller Gewalt, Lynn De Pelsmaeker, eine Frau, die aufgrund einer Bindegewebekrankheit im Rollstuhl sitzt, erzählte gegenüber VRT NWS, dass sie von einem Pfleger angefasst wurde, als sie eine Reha-Kur in einer Pflegewohnung absolvierte.
Das sind sehr konfrontierende Zahlen, die wir als Gesellschaft nicht akzeptieren können.“
Flanderns Minister für Chancengleichheit Bart Somers
Ines Keygnaert von der UGent leitete diese Studie: „Es ist die Abhängigkeit von anderen auf Ebene von Pflege, von Wohnung und von Sicherheit, die es schwerer macht, um Hilfe zu suchen oder um Anzeige zu erstatten. Diese Menschen sind verletzbar, weil sie sich auf viel häufiger Sorgen über ihre finanzielle Situation machen.“
Chancengleichheits-Minister Somers zeigte sich schockiert von dem Ergebnis der Studie: „Das sind sehr konfrontierende Zahlen, die wir als Gesellschaft nicht akzeptieren können.“ Er kündigte an, in dieser Problematik (pro)aktiv zu werden: „Vor allen Dingen müssen wir mehr tun, um Opfer dazu zu bringen, Klage einzureichen und ihnen besser beizustehen.“ Er will jetzt eine Folgestudie in Auftrag geben, die beleuchten soll, wo die Hindernisse für die Opfer liegen, auf sich aufmerksam zu machen.
